Schockwellen der Finanzkrise Überall ist Wall Street

2. Teil: Golfstaaten: 300 Milliarden Petrodollar sind futsch


Saudischer Investor Prinz Walid Bin Talal: Viele Öl-Dollars in US-Firmen investiert.
REUTERS

Saudischer Investor Prinz Walid Bin Talal: Viele Öl-Dollars in US-Firmen investiert.

Das Bankensystem der Golfstaaten gilt als relativ stabil - dennoch dürfte der Kollaps der Wall Street massive Auswirkungen auf die Volkswirtschaften von Bahrein, Kuweit, Oman, Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten haben.

"Die US-Bankenkrise dämpft das Wachstum und damit die Nachfrage nach Öl. Das wird dazu führen dass die Einnahmen (der Golfstaaten) massiv abstürzen", sagt Said al-Scheich, Chefökonom der saudi-arabischen National Commercial Bank.

Auch jenes Geld, dass die Ölnationen in den guten Jahren verdient haben, ist nicht sicher. Die Staatsfonds der Golfstaaten zählen zu den wichtigsten globalen Investoren und halten Wertpapiere im Wert von etwa 1,5 Billionen Dollar.

Wegen des Börsencrashs hat dieses Portfolio nach Berechnungen des kuweitischen Ökonomen Hadisch Bukhur bereits im vergangenen Jahr 30 Prozent seines Wertes eingebüßt - der Löwenanteil der Ölgewinne aus den vergangenen Jahre ist damit im Prinzip pfutsch.

Zuletzt hatten die Emirate und Kuwait mehr als zwölf Milliarden Dollar in angeschlagene US-Banken investiert - Geld, dass die Staatsfonds wohl komplett abschreiben können.

hil/AFP



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