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FUSIONEN Schrempp wehrt sich

aus DER SPIEGEL 5/1999

Zwischen Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp und Lord Simpson, Chef des britischen Mischkonzerns General Electric Company (GEC), ist ein Streit um die geplatzte Fusion zwischen der Daimler-Chrysler-Tochter Dasa und dem englischen Konkurrenten British Aerospace (BAe) entbrannt. Die Daimler-Manager verdächtigen den GEC-Manager, lanciert zu haben, Schrempp sei für das Scheitern der Verhandlungen verantwortlich. Der Daimler-Chrysler-Chef, so die britische Version, sei kurz vor Weihnachten in Urlaub geflogen und habe der GEC-Tochter Marconi die Möglichkeit gegeben, ihrerseits Fusionsgespräche mit British Aerospace zu führen. Mit einem Schrempp-Brief an BAe-Präsident Dick Evans (vom 12. Dezember) wollen die Stuttgarter beweisen, daß die Fusionsgespräche mit der Dasa zu diesem Zeitpunkt bereits gescheitert waren. Am selben Tag hatte Evans seinem Duz-Freund Schrempp überraschend mitgeteilt, daß die Deutschen, anders als geplant, doch keine gleichberechtigten Mitwirkungsrechte in der neuen Firma erhalten sollten. »Wenn wir in diesem Punkt keine Einigung erzielen können«, antwortete Schrempp dem »lieben Dick«, »sollten wir unsere Zeit nicht weiter vergeuden.« Zugleich setzte er dem BAe-Chef ein Ultimatum. Ohne Erfolg. Einen Monat später war die Fusion zwischen den Briten besiegelt.

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