SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

15. Juni 2005, 22:40 Uhr

Schrotthandel

BMW soll für Rover-Recycling zahlen

Für zehn britische Pfund hatte BMW den Autokonzern Rover verkauft. Jetzt holt das Geschäft den bayrischen Autobauer wieder ein. Nach der Pleite von Rover drohen BMW Kosten in Millionenhöhe. Das Unternehmen muss möglicherweise für die Verschrottung der Rover-Fahrzeuge aufkommen.

Ein Rover, der irgendwann zum Recyclingfall wird - auf Kosten von BMW

Ein Rover, der irgendwann zum Recyclingfall wird - auf Kosten von BMW

Frankfurt - Die britische Regierung könnte BMW, die immer noch im Besitz des Markennamens Rover sei, für die Rücknahme der Rover-Autos heranziehen, meldet die "Financial Times Deutschland". Hintergrund sei die Altautoverordnung der Europäischen Unternehmen, die die Hersteller verpflichte, von 2007 alle Altfahrzeuge kostenlos zurückzunehmen und zu entsorgen. Derzeit seien auf Europas Straßen noch 4,1 Millionen Rover unterwegs.

Für die Entsorgung stellten Autohersteller normalerweise 100 Euro in der Bilanz je Fahrzeug zurück, rein rechnerisch ergebe sich eine mögliche Belastung von 400 Millionen Euro, schreibt die Zeitung weiter.

Ein BMW-Sprecher sagte, generell gebe es im Fall eines Zusammenbruchs eines Herstellers drei Möglichkeiten: Dass der Inhaber der Markenrechte die Kosten übernehme, dass die anderen Autofirmen des Landes sich sie teilten oder dass die Regierung dafür geradestehe. Es gebe noch keine Diskussion oder Entscheidung darüber. "Es wäre aber absolut verfrüht anzunehmen, dass Kosten auf BMW zukommen könnten", ergänzte er. Aussagen zu möglichen Rückstellungen für solch einen Fall lehnte er ab. Der Sprecher verwies zudem auf die bisherigen Erfahrungen mit der Entsorgung von BMW-Fahrzeugen, die weitgehend kostenneutral seien.

Rover hatte im April Insolvenz angemeldet. Der Besitzer von Rover, Phoenix Venture Holdings, hatte den Traditionskonzern im Jahr 2000 von BMW gekauft.

URL:


© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung