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Neue Zahlen Schwarzarbeit boomt in der Pandemie

Wegen der Coronapandemie standen 2020 große Teile der deutschen Wirtschaft vorübergehend still. Die illegale Beschäftigung hat darunter offenbar nicht gelitten: Der Zoll deckte einen deutlich höheren Schaden auf als 2019.
aus DER SPIEGEL 39/2021
Zollkontrolle gegen Schwarzarbeit

Zollkontrolle gegen Schwarzarbeit

Foto: Kai Pfaffenbach / REUTERS

Trotz der Coronakrise hat 2020 die Schwarzarbeit geboomt. Das geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums (BMF) auf eine Anfrage der FDP-Fraktion zurück. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls stellte demnach für 2020 einen finanziellen Schaden von 816,5 Millionen Euro für Fiskus und Sozialversicherungen fest. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr, als die FKS eine Schadenssumme von 755,4 Millionen Euro auswies.

Erstaunliche Entwicklung

Die Entwicklung erstaunt, weil im vergangenen Jahr zahlreiche Branchen heruntergefahren wurden, um die Pandemie einzudämmen. Auch die Aktivitäten der FKS waren nach Auskunft des Finanzministeriums coronabedingt eingeschränkt. Höherer Schaden bei weniger Untersuchungen – das lässt nach Auffassung der Opposition den Schluss zu, dass sich illegale Beschäftigung erheblich ausgeweitet hat. »Die Schwarzarbeit hat in der Pandemie floriert wie selten«, sagt FDP-Finanzexperte Markus Herbrand. Am Ende der Amtszeit von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) befinde sich die Bekämpfung der Schattenwirtschaft »in einem besorgniserregenden Zustand«. Bis zum 10. September stellte die FKS für 2021 einen Schaden von 574 Millionen Euro fest.

Aus: DER SPIEGEL 39/2021

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