Wegen Tierseuche Schweinefleisch-Exporte sind weitgehend gestoppt

Deutsches Schweinefleisch unterliegt seit dem Auftauchen der Schweinepest faktisch einem Exportstopp. In EU-Ländern gelten jedoch weniger strenge Regeln - für die das Agrarministerium jetzt auch im Ausland wirbt.
Mastschweine aus Deutschland dürfen in die meisten nichteuropäischen Länder nicht mehr verkauft werden

Mastschweine aus Deutschland dürfen in die meisten nichteuropäischen Länder nicht mehr verkauft werden

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Stefan Sauer/ DPA

Aus Deutschland kann derzeit nach Angaben einer Sprecherin des Bundeslandwirtschaftsministeriums kein Schweinefleisch mehr in die meisten Nicht-EU-Länder exportiert werden. Denn gegenwärtig könnten keine Zertifikate ausgestellt werden, dass das Schweinefleisch frei von der Afrikanischen Schweinepest sei, sagte die Sprecherin am Montag in Berlin. Deshalb gebe es nicht nur Importverbote in China, Japan und Südkorea, sondern auch einen faktischen Exportstopp.

Das Ministerium stellte jedoch klar, dass EU-Staaten nicht betroffen seien, weil innerhalb der EU ein Regionenprinzip akzeptiert werde. Das heißt, dass nur Schweinefleisch aus Regionen von einem Exportverbot betroffen ist, in denen die sogenannte Afrikanische Schweinepest auch aufgetreten ist, wie vergangene Woche in Brandenburg. Es gebe derzeit sehr harte Verhandlungen mit Ländern wie China, ebenfalls dieses Regionalkonzept zu akzeptieren und nicht die Exporte aus einem ganzen Land zu sperren, so die Sprecherin.

Japan habe die Einfuhr von deutschem Schweinefleisch bereits am Freitag ausgesetzt, teilte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums mit. Japan führt allerdings nur vergleichsweise geringe Mengen Schweinefleisch aus Deutschland ein: Im vergangenen Jahr waren es 40.240 Tonnen - ausgenommen Würstchen und andere Schweinefleischerzeugnisse. Das waren nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Tokio nur 3,3 Prozent der gesamten Schweinefleischimporte. Lebende Schweine wurden 2019 überhaupt nicht importiert.

Rekordexporte nach China

China dagegen ist der wichtigste Exportmarkt für deutsches Schweinefleisch außerhalb der EU. Laut dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden hatten die Ausfuhren dorthin im November 2019 einen Rekord von 53.000 Tonnen im Wert von 160 Millionen Euro erreicht.

Der erste Fall der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland war am Donnerstag bestätigt worden; in Brandenburg war ein Wildschwein gefunden worden, das an der Seuche gestorben war. Sofort fielen die deutschen Preise für Schweinefleisch. Für Menschen ist das Virus ungefährlich, für Haus- und Wildschweine hingegen tödlich. Bislang ist in Deutschland nach Regierungsangaben kein weiterer Fall der Afrikanischen Schweinepest aufgetaucht.

caw/AFP/Reuters
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