Sanktionen Schweiz denkt nun doch über Einfrieren russischer Vermögen nach

Im Ringen um ein wirksames Stoppsignal für die russische Regierung denkt nun auch die Schweiz über eine Kehrtwende nach. Es geht um die Vermögen der Oligarchen-Clique um Wladimir Putin.
Paradeplatz in Zürich: Russische Vermögenswerte im Wert von rund 15 Milliarden Franken

Paradeplatz in Zürich: Russische Vermögenswerte im Wert von rund 15 Milliarden Franken

Foto: © Arnd Wiegmann / Reuters/ REUTERS

Der Schweizer Bundespräsident Ignazio Cassis hat überraschend ein mögliches Einfrieren russischen Kapitals ins Gespräch gebracht. Es sei »sehr wahrscheinlich«, dass der Bundesrat bei seiner außerordentlichen Sitzung an diesem Montag beschließen werde, russische Vermögenswerte in der Schweiz einzufrieren, sagte Cassis nach einem Bericht der Schweizer Nachrichtenagentur SDA am Sonntagabend im Westschweizer Fernsehen. Auch die Möglichkeit, den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu sanktionieren, müsse auf den Tisch. Eine endgültige Entscheidung über ein Einfrieren des Kapitals werde aber auf jeden Fall die Schweizer Neutralität berücksichtigen.

Kurz zuvor hatte Cassis noch unter Verweis auf die Neutralität seines Landes gesagt, die Schweiz werde ungeachtet der russischen Invasion in der Ukraine keine Sanktionen verhängen. Die Schweiz ist ein besonders wichtiger Finanzplatz für Russen. Nach Zahlen der Nationalbank lagen im vergangenen Jahr auf Schweizer Konten russische Vermögenswerte im Wert von rund 15 Milliarden Franken. Jedes Jahr sollen weitere Milliardenbeträge in die Schweiz fließen. Oligarchen wie Putin-Freund Gennadi Timtschenko leben dort.

mik/dpa-AFX
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.