Schweizer Bank UBS braucht Milliarden von Investoren

Die krisengeschüttelte Schweizer Großbank UBS kämpft um das Vertrauen der Märkte. Mit einer Kapitalerhöhung will das Institut die Stimmung verbessern. Doch die UBS hat das Geld auch aus einem anderen Grund nötig: Im zweiten Quartal häuft die Bank weitere Verluste an.


Zürich - Die Schweizer Großbank UBS beschafft sich 3,8 Milliarden Franken (2,5 Milliarden Euro) an neuem Kapital. Im Zuge einer Kapitalerhöhung gebe das Institut 293 Millionen Aktien aus dem vorhandenen genehmigten Kapital aus, gab die UBS in der Nacht zum Freitag bekannt. Die Aktien wurden bei wenigen institutionellen Großinvestoren platziert.

UBS-Gebäude in Zürich: Kapitalerhöhung bei der Schweizer Bank
REUTERS

UBS-Gebäude in Zürich: Kapitalerhöhung bei der Schweizer Bank

Die Papiere wurden zu einem Ausgabepreis von je 13 Franken auf den Markt gebracht. Damit waren sie sieben Prozent günstiger als UBS-Papiere zum Börsenschlusskurs vom Donnerstag.

Die Bank teilte mit, die Kapitalerhöhung trage dazu bei, das Vertrauen in die UBS und in den Schweizer Finanzplatz zu stärken. Das frische Kapital soll aber nicht für einen bestimmten Zweck bestimmt sein. "UBS ergreift diese Maßnahme jetzt, um die aktuellen Marktgelegenheiten zu nutzen", sagte ein Sprecher.

Wie das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) in Bern mitteilte, begrüßte die Regierung begrüßte die Maßnahme zur Stärkung der Kapitalbasis. Die Kernkapitalquote dürfte dadurch per Ende März auf 11,9 Prozent steigen. Am Ende des vergangenen Quartals hatte die UBS eine Kernkapitalquote von 10,5 Prozent ausgewiesen.

Beobachter gehen allerdings davon aus, dass die Kapitalerhöhung auch auf Drängen Schweizer Bankenaufseher erfolgt, die auf einen niedrigen Schuldenstand drängen. Die UBS erwirtschaftet derzeit aber Verluste. In den ersten drei Monaten des Jahres hatte der Reinverlust knapp zwei Milliarden Franken betragen. Auch für das laufende Quartal erwartet das Institut einen Fehlbetrag.

Nach Angaben der Bank vom Donnerstagabend ist der erwartete Quartalsverlust vor allem auf Wertberichtigungen eigener Verbindlichkeiten sowie auf bereits angekündigte Restrukturierungskosten zurückzuführen. Außerdem seien weitere Kundeneinlagen abgeflossen. Das operative Ergebnis werde aber besser ausfallen als im Vorquartal.

tko/AP/Reuters



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