Sensibler Auftrag Post-AG-Tochter liefert Soldatenbriefe im Irak

Lange und lauthals beschwerte sich die Deutsche Post, ihre Tochter DHL werde in den USA von der Politik benachteiligt. Ganz so schlimm kann die Diskriminierung nicht sein.

Washington/Bonn - Ausgerechnet DHL, die Logistiktochter der Post AG, erfüllt für das US-Militär einen äußerst sensiblen Auftrag. Die weltweit operierende Post-Logistiksparte transportiert nach Informationen des SPIEGEL für die US-Truppen einen Großteil der Soldatenpost. Zwischen 30 und 50 Tonnen Pakete, Päckchen und Briefe befördert das Unternehmen unter zum Teil abenteuerlichen Bedingungen zu den jeweiligen US-Stützpunkten im Irak.

Die nördlichen und südlichen Teile des Irak werden von einem großen DHL-Logistikzentrum im Emirat Bahrain per Lkw-Konvois versorgt. In die Hauptstadt Bagdad hat DHL mit Sondergenehmigung der US-Truppen inzwischen sogar einen täglichen Flugdienst eingerichtet. Bis zu drei Antonow-Transportflugzeuge mit einer Zuladung von mehr als zehn Tonnen landen täglich auf dem ansonsten für den zivilen Flugverkehr gesperrten Flughafen in Bagdad.

Von dort aus wird die Post vom US-Militär an die US-Soldaten weiterverteilt. Die ungewöhnlichen Lieferungen sind Teil eines Rahmenvertrags über einen hohen zweistelligen Millionenbetrag, den DHL mit dem US-Militär abgeschlossen hat. Die Post-Tochter hatte ähnliche Dienstleistungen bereits während des Afghanistan-Feldzugs für die US-Truppen übernommen.