ADAC-Auswertung Spritpreise steigen schon vor Ende des Tankrabatts

In wenigen Tagen ist auf Benzin und Diesel wieder der volle Steuersatz fällig. Doch laut ADAC heben die Tankstellenbetreiber schon jetzt die Preise an.
Bis Ende August ist die Energiesteuer noch reduziert, doch das Tanken wird bereits jetzt wieder teurer

Bis Ende August ist die Energiesteuer noch reduziert, doch das Tanken wird bereits jetzt wieder teurer

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Noch gut eine Woche gilt der sogenannte Tankrabatt, doch die Spritpreise sind bereits jetzt wieder leicht gestiegen. Nach einem wochenlangen Rückgang und kurzfristiger Stagnation ging es nach dem Wochenende wieder leicht aufwärts, wie der ADAC mitteilt.

Superbenzin der Sorte E10 verteuerte sich demnach von Sonntag auf Montag von rund 1,717 auf 1,730 Euro. Diesel kostete 1,974 statt vorher 1,964 Euro. Grund für den Anstieg sei vermutlich eine höhere Nachfrage mit Blick auf einen drohenden Preissprung in der kommenden Woche.

Bei den Preisen handelt es sich um bundesweite Durchschnittswerte. Die tatsächlichen Preise können deutlich abweichen: Nach Angaben des ADAC gibt es zurzeit je nach Anbieter und Region größere Preisunterschiede als sonst. Hinzu kommt ein weiter großes Nord-Süd-Gefälle: Unter anderem durch die hohen Transportkosten aufgrund des Niedrigwassers im Rhein müssen Menschen im Süden im Schnitt mehr für Sprit bezahlen als im Norden. Zudem schwanken die Preise im Tagesverlauf teils erheblich: Morgens um 7 Uhr ist Sprit meist am teuersten. Am günstigsten tanken Kraftfahrer zwischen 20 und 22 Uhr.

Benzinpreis könnte um rund 35 Cent steigen

In der Nacht vom 31. August auf den 1. September läuft die vorübergehende Senkung der Energiesteuer auf das von der EU vorgegebene Mindestmaß aus. Sie galt seit dem 1. Juni gemeinsam mit dem 9-Euro-Ticket, um Verbraucher angesichts der Energiepreise zu entlasten.

Diese auch als Tankrabatt bekannte Steuersenkung gilt als Grund, warum die Spritpreise im Vergleich zu Beginn des Ukrainekriegs in den vergangenen Wochen deutlich gesunken sind. Das Kartellamt vermutet allerdings auch, dass Mineralölkonzerne anfangs einen großen Teil des Rabatts selbst eingestrichen und ihn nicht an die Verbraucher weitergegeben haben.

Ob die Konzerne die Erleichterung für Verbraucherinnen und Verbraucher tatsächlich in voller Höhe weitergeben, ist unklar. Denn auch Faktoren wie der in den vergangenen Wochen teils stark gesunkene Ölpreis dürften die Preise an der Tankstelle gedrückt haben. Sprit war in Deutschland zuletzt sogar günstiger als in vielen anderen europäischen Ländern.

Nun könnten die Preise mit dem Ende der Maßnahme wieder deutlich steigen, rechnerisch um etwa 35 Cent für Benzin und 17 Cent für Diesel. Der ADAC rechnet aber zunächst nicht mit einem sprunghaften Anstieg, weil auch Tankstellenbetreiber durch den Rabatt günstiger einkaufen.

Deshalb sei davon auszugehen, dass sie ihre Treibstofftanks vor dem 1. September noch einmal auffüllten und Benzin und Diesel dann zunächst weiter vergünstigt abgäben, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

apr/dpa
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