Nachhaltige Treibstoffe Airbus lässt Testflugzeug erstmals vollständig mit Treibstoff aus altem Speiseöl fliegen

Frankreich will den Anteil von Biosprit im Flugverkehr deutlich erhöhen. Nun könnte Airbus ein wichtiger Schritt auf dem Weg dorthin gelungen sein – der erste Flug ganz ohne klassisches Kerosin.
Airbus-Testmaschine im Einsatz

Airbus-Testmaschine im Einsatz

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H. GOUSSE / AIRBUS

Der europäische Flugzeugbauer Airbus und französische Luftfahrtunternehmen haben erstmals ein Flugzeug mit regenerativem Treibstoff eingesetzt. Wie der Konzern am Freitag mitteilte, war am Vortag ein A319neo-Testflugzeug im Raum Toulouse mit sogenanntem SAF-Treibstoff gestartet.

Sustainable Aviation Fuel (SAF) wird derzeit hauptsächlich aus Biomasse wie nicht mehr genutzten Pflanzen- und Speiseölen hergestellt. Solche Biotreibstoffe sollen die CO2-Emissionen deutlich verringern, sind zurzeit aber erheblich teurer als normales Kerosin.

100 Prozent Biosprit

Airbus arbeitet bei dem Vorhaben mit dem Technologiekonzern Safran, dem Flugzeughersteller Dassault Aviation, Frankreichs Forschungszentrum für Luft- und Raumfahrt Onera und dem französischen Verkehrsministerium zusammen. Ergebnisse von Flug- und Bodentests mit vollständigem Biosprit erwartet Airbus für das kommende Jahr.

Immer wieder experimentieren Fluggesellschaften mit dem Biosprit SAF, meist aber als Gemisch. Im Mai war die Fluggesellschaft Air France mit einem Gemisch aus klassischem Kerosin und Kerosinersatz aus altem Speiseöl über den Atlantik geflogen. Die Maschine des Typs Airbus A-350 war vom Pariser Flughafen Charles de Gaulle in Richtung Montréal in Kanada abgehoben. Frankreich hat sich zum Ziel gesetzt, den SAF-Anteil am Gesamtverbrauch der Flugzeugtreibstoffe auf ein Prozent zu erhöhen. Bis 2025 soll dieser Anteil auf zwei Prozent steigen, 2030 sollen es dann fünf Prozent sein. Vor einigen Jahren hatte bereits die australische Fluglinie Qantas ein ähnliches Pilotprojekt begonnen: Sie ließ einen Boeing-»Dreamliner« mit Kerosinersatz aus Pflanzensamen fliegen.

Umweltschutzorganisationen hatten solche Flüge in der Vergangenheit immer wieder als PR-Stunts kritisiert, weil nur ein kleiner Teil des klassischen Kerosins durch alternative Treibstoffe ersetzt wurde. Airbus setzte allerdings eigenen Angaben zufolge erstmals 100 Prozent SAF ein (hier geht es zu der Pressemitteilung ).

Anmerkung der Redaktion: Wir haben den Text überarbeitet, um deutlich zu machen, dass bei den erwähnten Flügen kein reines Pflanzenöl zum Einsatz kam, sondern das daraus hergestellte Sustainable Aviation Fuel (SAF).

beb/dpa
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