Glas- statt Einwegflaschen Aldi Süd stoppt Mehrweg-Experiment

Mehrwegflaschen bei Aldi Süd? Ein entsprechender Testlauf des Discounters wurde nach wenigen Monaten beendet. Umweltschützer sprechen von einem "Skandal".
Aldi-Süd-Filiale in Düsseldorf (Archivbild)

Aldi-Süd-Filiale in Düsseldorf (Archivbild)

Foto: Federico Gambarini/ dpa

Aldi-Süd hat den Verkauf von Mehrwegflaschen aus Glas in rund 50 Filialen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz nach wenigen Monaten wieder beendet. "Nach der Testphase haben wir entschieden, dieses Konzept zunächst nicht weiterzuverfolgen", teilte eine Sprecherin des Discounters auf SPIEGEL-Anfrage mit. "Wir behalten uns jedoch vor, zu einem späteren Zeitpunkt erneut Mehrwegsysteme für unsere Filialen zu prüfen."

Umweltschützer zeigten sich enttäuscht. Angesichts steigender Müllberge sei es ein "Skandal", dass Aldi jetzt wie der Hauptkonkurrent Lidl wieder komplett auf Einweg setze, sagte Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) der "Süddeutschen Zeitung", die zuerst über die Entscheidung berichtet hatte. Die DUH empfiehlt ebenso wie das Umweltbundesamt Mehrwegflaschen wegen ihrer besseren Ökobilanz. Ihr Anteil an allen verkauften Flaschen ist jedoch seit Langem rückläufig.  

Aldi verteidigte seine Einweg-Strategie. "Wir möchten darauf hinweisen, dass sich Einweg-PET-Flaschen unter umweltfreundlichen Gesichtspunkten deutlich verbessert haben", so die Sprecherin weiter. "Sie sind nicht nur leichter und bruchsicher, sondern bestehen häufig aus wiederverwendetem Kunststoff." Bei Aldi Süd würden alle vom Verbraucher zurückgebrachten PET-Einwegflaschen einer "werkstofflichen Verwertung zugeführt" und könnten so unter anderem als Material für neue Flaschen verwendet werden.

dab
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