Umweltstandards nicht eingehalten Aldi Süd und Lidl nehmen Grillkohle aus den Regalen

Geht den Discountern zum Sommerende die Grillkohle aus? Nachdem die Non-Profit-Organisation FSC einem großen Kohle-Exporteur aus Polen das Öko-Siegel entzogen hat, reagieren Aldi Süd und Lidl.
Aldi-Süd-Filiale in Mühlheim an der Ruhr

Aldi-Süd-Filiale in Mühlheim an der Ruhr

Foto: ALDI SÜD/dpa

Die beiden großen Discounter Aldi Süd und Lidl haben Holzkohlebriketts ihres polnischen Lieferanten Dancoal aus ihrem Sortiment genommen. "Wir gehen davon aus, dass in vielen unserer Filialen nun keine oder nur noch geringe Mengen an Holzkohlebriketts verfügbar sind", sagte eine Sprecherin von Aldi Süd.

Auch Lidl bestätigte, dass man die Dancoal-Produkte aus dem Handel genommen habe. Es gebe aber noch andere Kohlelieferanten.

Der Grund für die Regalräumungen: Die Non-Profit-Organisation Forest Stewardship Council (FSC) untersagte Dancoal die Verwendung des wichtigen Holzsiegels "FSC", welches die Verarbeitung von Hölzern aus nachhaltiger Fortwirtschaft nachweist.

Die polnische Firma stand bereits im Mittelpunkt von Recherchen des NDR und der Umweltschutzorganisation "World Wide Fund for Nature" (WWF). Diese hatten ergeben, dass in Deutschland verkaufte Grillkohle bedenklich hohe Anteile an Tropenholz und Holz aus geschützten osteuropäischen Urwäldern enthält. Nun reagierte FSC und entzog Dancoal das Siegel. Bei den Untersuchungen und Kontrollen habe sich der Verdacht bestätigt, dass das verwendete Tropenholz aus nicht zertifizierten Wäldern stamme, teilte die Organisation mit.

"Verbraucher müssen sicher sein, dass ein FSC-Produkt die höchsten Sozial- und Umweltstandards erfüllt", sagte Kim Cartensen, FSC-Generaldirektor. Deshalb sei die Organisation den Berichten über den Missbrauch des FSC-Siegels konsequent nachgegangen

Bei Aldi Süd ist der 3-Kilo-Beutel Holzkohlebriketts "BBQ Zeit zum Grillen" betroffen. Rund die Hälfte aller 30 Regionalgesellschaften von Aldi Süd werden ausschließlich durch Dancoal beliefert, die weiteren Regionalgesellschaften beziehen Holzkohle auch von anderen Lieferanten.

85 Prozent der in Deutschland verkauften Holzkohle sind importiert. Wichtiger Umschlagplatz ist Polen, hier wird Holzkohle aus Südamerika und Osteuropa portioniert und verpackt.

In Deutschland werden pro Jahr durchschnittlich 250.000 Tonnen Holzkohle verbraucht, in diesem Jahr wegen des guten Wetters wahrscheinlich noch viel mehr.

hej
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