Müsli, Joghurt, Cornflakes Aldi und Norma senken die Preise

Der Wettbewerb um die niedrigsten Lebensmittelpreise geht in eine neue Runde: Deutschlands größter Discounter Aldi senkt die Preise für Frühstücksprodukte wie Müsli und Joghurt um bis zu zehn Cent - der erste Konkurrent zog umgehend nach.

Einkaufswagen bei Aldi: Preiskampf bei Müsli, Joghurt und Co.
DPA

Einkaufswagen bei Aldi: Preiskampf bei Müsli, Joghurt und Co.


Mülheim/Nürnberg - Deutschlands größter Discounter Aldi heizt den Preiswettbewerb im deutschen Lebensmittelhandel weiter an. Der Marktführer senkte am Samstag die Preise für verschiedene Frühstücksprodukte wie Cerealien, Müsli und Joghurt um bis zu 10 Cent. Aldi gebe damit erzielte Ersparnisse an die Kunden weiter, teilte das Unternehmen mit. Der Konkurrent Norma zog prompt nach: Die Nürnberger teilten mit, unter anderem für verschiedene Müslisorten und Müsliriegel ab sofort ebenfalls 10 Cent weniger zu verlangen.

Die Preissenkungen von Aldi dürften Auswirkungen auf den gesamten Einzelhandel haben. Denn viele Anbieter orientieren sich im sogenannten Preiseinstiegsbereich am Discount-Marktführer. Erst vor einer Woche hatte Aldi die Preise für Eier, Instant-Kaffee und Instant-Tee gesenkt. Mehrere Ketten zogen daraufhin unverzüglich nach. Auch Norma teilte am Samstag mit, man gebe Einkaufsvorteile an die Kunden weiter.

Für Aldi ist es derzeit wichtig, Preissignale zu setzen. Denn immer häufiger sieht sich der Marktführer durch Wettbewerber herausgefordert. So unterbieten Rivalen wie Lidl oder Rewe immer wieder mit Sonderangeboten die Aldi-Dauerniedrigpreise und kratzen damit am Billig-Image des Unternehmens. Die Supermarktkette Real startete vor einigen Monaten sogar eine Billig-Eigenmarke, die erklärtermaßen mit Aldi, Lidl und Co. preislich nicht nur mithalten, sondern sie sogar unterbieten soll. Dabei muss der Kunde allerdings auch Abstriche bei der Qualität hinnehmen.

Auf der weltgrößten Agrarmesse, der Grünen Woche, die am Freitag in Berlin eröffnet wurde, gab es Kritik an den Dumpingpreisen im Handel. Der Tierschutzbund verwies auf problematische Folgen von Billigeiern: "Wer Preise senkt im Lebensmittelbereich, der senkt auch das Tierschutzniveau", sagte Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, auf der Grünen Woche.

Die Preissenkungen bei den Discountern haben laut Schröder die Folge, dass das Preisniveau inzwischen unter dem damaligen von Käfigeiern liegt, die seit einiger Zeit verboten sind. Bekomme ein Landwirt immer weniger Geld für seine Produkte, könne er die Produktionskosten nicht mehr decken. Das gehe zu Lasten der Tiere.

nck/dpa

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Seite 1
b399y 18.01.2014
1. Die Armen Unternehmer werden ja gezwungen kriminell zu werden.
"Wer Preise senkt im Lebensmittelbereich, der senkt auch das Tierschutzniveau" solch eine hohle Frase. solange mit niedrigen Strafen und zu laschen Kontrollen kriminelle Landwirte gegenüber ehrlichen das Nachsehen haben, wird sich nichts ändern. der Kunde kann pratisch gar nichts machen, sollen Samstag 3,5 mio Berliner nach Brandenburg fahren und BIOeier sammeln? Aus meiner Perspektive sieht das ganze nämlich genau anders herum aus.
cola79 18.01.2014
2. Für Tierschützer gibt es keinen Fortschritt
Es ist schon amüsant, wie wenig mutmaßliche "Tierschützer" (woran macht man das eigentlich fest?) von Wirtschaft verstehen. Wenn Käfighaltung verboten wird, steigt natürlich erstmal der Preis, weil umgestellt werden muss. Ist umgestellt worden, sinkt der Preis, weil alle diese Eier herstellen und auf dem Markt anbieten. Daraus nun zu fabulieren, es ginge dem Huhn irgendwie anders, als vorher, ist absurd! Gleichwohl dürften 1 Cent pro verkauftes Ei (Legemenge beachten, liebe Tierschützer!) keinen meßbaren Einfluss auf die Produktion haben, allenfalls auf den Gewinn des Händlers. Denn das Ei wird ja nicht rückwirkend produziert, sondern ist bereits fertig im Laden! Es wurde also bereits zu diesem Preis hergestellt, völlig druckfrei, zu niemandens Lasten. Völlige Unkenntnis über die Produktion und das Tier als solches-das zeichnet Tierschutz heute aus. Da werden Tiere, die überhaupt nicht in Großgruppen unter freiem Himmel leben (schonmal Wildhuhnherden mitten auf der Wiese gesehen?) in die Bodenhaltung gezwungen und Kühe dauerbeleuchtet (Kühe schlafen ja nie!), weils in den Ställen allgemein zu Dunkel sein soll... Zum Glück hat der Tierschutz noch nicht den Hund entdeckt. Den nach dem Verständnis des Tierschutzes bzw. des momentanen Wissensstandes, essen Hunde ja nur Katzen und Briefträger! Da muss ein Gesetz her. Freilandboten in den Napf!
spiegelleser32 18.01.2014
3. Quo Vadis ?
Unsere Lebensmittelversorgung in der BRD liegt, zu signifikantem Teil, in den Händen vom Wahn besessener.
rolf.piper 18.01.2014
4. Was soll das?
Im Dezember hat Aldi ein Preissteigerungsrunde für Milch, 1,5 Prozent Fett, von 56 ct auf 65 ct eingeläutet, d.h. ein Preissteigerung um 16 Prozent, die vor allem Familien mit Kindern trifft. Dazu schwieg die Presse bis jetzt, aber Aldi spürte den Druck der Käufer. Das ist kein Ausgleich, da Familien für ihre Kinder Milch braucht, aber sicher auch sowas wie Müsli, wofür es allerdings Dutzende Ersatzmöglichkeiten gibt. Spon - ehrlich: was soll das.
lesen_und_denken 18.01.2014
5.
Es geht auch umgekehrt: Hier ist vor einiger Zeit ein Netto ausgezogen. Der gegenüberliegende Tengelmann hat umgehend die Preise erhöht. Un einem enormen Umfang. Das zeigt, dass es auch andersrum gehen kann. Dieser Tengelman hat nun Preise die alle, absolut alle, anderen Supermärkte in der Umgebung übertrifft. Beispiele: Der große Bauer Joghurt (250g): Dicsounter: 0,55, Rewe/Edeka: 0,59, Tengelmann: 0,69 Landliebe Joghurt (500g): Discounter: 0,99, Rewe/Edeka: 1,19, Tengelman: 1,49 Joghurt Eigenmarke (500g): Discounter: 0,89, Rewe/Edeka: 0,99, Tengelmann: 1,19 Bernbacher Fertigsauce: Discounter: 1,35, Rewe/Edeka: 1,39, Tengelman: 1,79 Orangensaft Eigenmarke (1L): Discounter: 0,49, Rewe/Edeka: 0,49, Tengelmann: 0,75 Barilla Pasta (500g): Discounter: nicht geführt, Rewe/Edeka: 1,49, Tengelman: 1,79 usw. Das zeigt, wie der Wegzug eines Discounters die Preise enorm nach oben treibt. Man erreiche mal den prozentualen Preisanstieg. Übrigens die Preissteigerungen auf Milchprodukte kamen vor 5 Tagen! Also keine Preissenkung in Sicht!
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