Lebensversicherungen Allianz kürzt Überschussbeteiligung

Rund zehn Millionen Versicherte bekommen die Auswirkungen der Schuldenkrise zu spüren. Die Allianz, Marktführer bei den Lebensversicherungen, senkt die Überschussbeteiligung deutlich. Als Grund nennt der Konzern die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank.

Stuttgart - Nach der Ergo und der Alten Leipziger kürzt nun auch Branchenführer Allianz bei seinen Lebensversicherungen die sogenannte Überschussbeteiligung. Die laufende Verzinsung werde von 4,0 auf 3,6 Prozent gesenkt, teilte die Konzerntochter für Lebensversicherungen am Mittwoch mit. Hintergrund seien die niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten für festverzinsliche Wertpapiere wie Staatsanleihen, die zu den wichtigsten Geldanlagen der Versicherer gehören.

Die Versicherer sind verpflichtet, das Geld ihrer Kunden zum Erwirtschaften von Erträgen nur in Anleihen mit hoher Güte zu investieren. In der Schuldenkrise kommen damit nur Papiere von Staaten wie Deutschland mit allerhöchster Kreditwürdigkeit in Frage. Für neue Anleihen zahlt die Bundesrepublik derzeit jedoch nur minimale Zinsen. Das belastet auch die Erträge bei der Kapitalanlage der Lebensversicherer im Auftrag ihrer Kunden.

Die Allianz begründete die Herabsenkung der Überschussbeteiligung mit der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die von den Währungshütern der Eurozone "seit Jahren verfolgte expansive Geldpolitik bestimmt weiterhin das Zinsniveau festverzinslicher Wertpapiere". Trotz der Absenkung erhielten die Kunden aber "weiterhin eine sehr attraktive Verzinsung", rechtfertigte die Allianz ihre Entscheidung.

Die Überschussbeteiligung von Lebensversicherungen wird Kunden jährlich gutgeschrieben. Wenige Tage vor der Allianz hatte die Alte Leipziger Lebensversicherung ihre Überschussbeteiligung um 0,5 Prozentpunkte auf 3,35 Prozent gesenkt. Ergo teilte am Dienstag mit, die Überschussbeteiligung um 0,6 Prozentpunkte herabzusetzen auf 3,55 Prozent.

cte/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.