Altersvorsorge Wie Gutverdiener von der Rürup-Rente profitieren

Als Steuersparmodell und Altersvorsorge ist die Rürup-Rente vor allem für gutverdienende Selbständige gedacht. Der Staat subventioniert ihre Beiträge. Doch zwischen den Anbietern gibt es große Unterschiede. Die Zeitschrift "Finanztest" hat überprüft, welches Angebot zu welchem Sparer passt.
Senioren: Für die Rürup-Rente gelten strenge gesetzliche Vorgaben

Senioren: Für die Rürup-Rente gelten strenge gesetzliche Vorgaben

Foto: dapd

Die Bürger sollen privat fürs Alter vorsorgen. Verschiedenste Angebote sind auf dem Markt, darunter auch die Rürup-Rente. Doch für wen eignet sich dieses Modell und wo lauern die Fallstricke für Sparer? Die wichtigsten Fakten im Überblick.

Grundsätzlich gilt: Die Rürup-Rente ist eine Rente für Wohlhabende. Wer viel verdient und viel Steuern zahlt, profitiert stärker von den Steuervorteilen dieser Altersvorsorge als Durchschnitts- oder Geringverdiener. Das Angebot richtet sich in erster Linie an Selbständige, weil sie meist keine Riester-Rente und Betriebsrente haben können. Doch auch Angestellte und Beamte können einen Rürup-Vertrag abschließen.

Das Finanzamt erkennt pro Jahr Beiträge bis zu 20.000 Euro von Alleinstehenden und 40.000 Euro von Verheirateten an. Davon zieht die Behörde im laufenden Jahr 72 Prozent als Sonderausgaben ab. 2012 sind es schon 74 Prozent. Stufenweise steigt dieser Prozentsatz bis zum Jahr 2025 auf 100 Prozent an.

Dieses Altersvorsorge-Modell wurde nach seinem Erfinder, dem Ökonomen Bert Rürup, benannt. Es wird aber auch Basisrente genannt.

Die Rürup-Rente gibt es in drei Varianten:

  • als fondsgebundene Versicherung (Fondspolice)
  • als Fondssparplan
  • und als klassische Rentenversicherung. Klassisch heißt: die Versicherer investieren die Beiträge der Kunden sicherheitsorientiert.

"Finanztest" hat klassische Rürup-Rentenversicherungen getestet. Von 62 Angeboten für Männer und Frauen waren jeweils fünf Angebote gut.

Vorsicht bei unrentablen Zusatzleistungen

Die Höhe der garantierten Rente, auch Rentenzusage genannt, ging mit 40 Prozent in das Qualitätsurteil ein. Je niedriger die garantierte Rente ist, desto mehr zieht der Versicherer für Kosten oder auch für Zusatzleistungen ab. Diese sind oft nicht sinnvoll - wie zum Beispiel ein Hinterbliebenenschutz. Die bessere Alternative dazu ist eine Risikolebensversicherung. Der Kunde muss die Zusatzleistungen aber bei einigen Anbietern dennoch abschließen.

Die 40-jährige Modellkundin im Test erhält je nach Anbieter eine garantierte Rente zwischen 633 und 724 Euro im Monat. Dafür zahlt sie 25 Jahre lang jährlich einen Beitrag von 6000 Euro. Männer erhalten wegen ihrer kürzeren Lebenserwartung mehr. Der ebenfalls 40-jährige "Finanztest"-Modellkunde bekommt garantiert zwischen 716 und 787 Euro im Monat.

Wichtig ist auch der zusätzliche Rentenanteil aus Überschüssen. Versicherer, die das Geld ihrer Kunden gut angelegt haben, können sie auch ordentlich an den erwirtschafteten Überschüssen beteiligen. Den Anlageerfolg hat "Finanztest" ebenfalls mit 40 Prozent in das Qualitätsurteil einbezogen.

Selbständige sollten auf Flexibilität achten

Gerade für Selbständige ist ein flexibler Vertrag wichtig. Oft schwankt ihr Einkommen und sie können die Beiträge nicht regelmäßig zahlen. Dann hilft es dem Sparer, wenn der Versicherer die Beiträge zinslos stundet. Nur neun Versicherer im Test ermöglichen dies. Wenn die Auftragslage gut ist, möchte ein Selbständiger auch die Möglichkeit haben, von diesem Extraverdienst etwas zusätzlich in seine Altersvorsorge zu stecken. Dies ist bei den meisten Anbietern möglich. Kunden, die nicht weiter einzahlen können oder wollen, können ihren Vertrag beitragsfrei stellen.

Fangen sie bei einem anderen Versicherer einen neuen Vertrag an, zahlen Kunden erneut Abschlusskosten. Diese werden auch fällig, wenn Kunden mit dem bisher angesparten Geld zu einem anderen Versicherer wechseln. Der Wechsel muss im Vertrag geregelt sein. Nur sechs Anbieter im Test ermöglichen dies: CosmosDirekt, Hannoversche, mamax, neue leben, PB Leben und Zurich Deutscher Herold. Die anderen lassen ihre Kunden nicht aus dem Vertrag.

Manche Versicherer mussten nachbessern

Für die Rürup-Rente gelten strenge gesetzliche Vorgaben. Nur Tarife, die sie erfüllen, bekommen vom Bundeszentralamt für Steuern ein Zertifikat. Dies ist die Voraussetzung für die steuerliche Förderung. Als die Rürup-Rente 2005 auf den Markt kam, war dies noch anders. Doch nach und nach kam heraus, dass Anbieter mit ihren Kunden Verträge abgeschlossen haben, die gar nicht die Voraussetzungen für die Förderung erfüllen. Etliche mussten nachbessern.

In 19 Fällen nahmen Anbieter den Antrag auf Zertifizierung ganz zurück, "um einer Ablehnung des Antrags durch das Bundeszentralamt für Steuern zuvorzukommen", so das Bundesfinanzministerium. Wichtig: Versicherer, die nachbessern mussten, haben ihren Kunden die neuen Bedingungen zugeschickt. Diese sollen sie mit ihrer Unterschrift bestätigen. Zunächst galt dafür eine Frist bis zum 30. Juni 2011. Im Oktober wurde sie verlängert bis zum 31. Dezember 2011. Unterschreiben die Kunden nicht, verlieren sie die steuerliche Förderung - auch rückwirkend.

Rürup-Rente

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