Telefonausfälle nach Anbieterwechsel 11.000 Beschwerden in sieben Monaten

Wer seinen Telefonanbieter wechselt, hat oft Ärger: In den ersten sieben Monaten dieses Jahres gingen bei der Bundesnetzagentur 11.000 Beschwerden ein. Die Grünen fordern für Kunden etwa 100 Euro Entschädigung pro Tag.
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Foto: Marc Müller/ dpa

In den ersten sieben Monaten dieses Jahres sind bei der Bundesnetzagentur rund 11.000 Beschwerden eingegangen, weil Kunden beim Wechsel ihres Telefonanbieters mehr als einen Tag lang ohne Telefon- oder Internetverbindung blieben. Das berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe und berufen sich dabei auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion an die Bundesregierung. Demnach waren es 2016 insgesamt 19.000 Beschwerden, 2015 sogar 30.000.

"Die Anbieter bekommen das Problem einfach nicht in den Griff oder wollen es vielleicht auch gar nicht", sagte Oliver Krischer, Vizevorsitzender der Grünen-Bundestagsfraktion. Er forderte ein härteres Durchgreifen. "Für jeden Tag mit nicht funktionierendem Telefon und Internet sollte eine Entschädigung für den Kunden fällig werden. Eine Größenordnung um 100 Euro pro Tag wäre hilfreich."

Beim Anbieterwechsel darf die Leitung laut Telekommunikationsgesetz  "nicht länger als einen Kalendertag unterbrochen werden". Die Bundesnetzagentur habe seit 2014 wegen Verstößen gegen vier große Konzerne Bußgelder über insgesamt rund 300.000 Euro verhängt, sagte Sprecher Michael Reifenberg den Funke-Zeitungen. Die Gründe für die Ausfallzeiten seien einerseits Verzögerungen durch die Unternehmen, es würden aber auch Leitungen falsch verkabelt.

aar/dpa
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