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23. November 2012, 09:09 Uhr

Energieeffiziente Kühlschränke

Regierung erwägt Gutscheine für Hartz-IV-Empfänger

Die Bundesregierung erwägt offenbar eine Art Abwrackprämie für alte Kühlschränke. Langzeitarbeitlose könnten laut einem Zeitungsbericht künftig einen Zuschuss für den Kauf eines neuen energieeffizienten Kühlschranks erhalten.

Berlin - Die Bundesregierung denkt darüber nach, Langzeitarbeitslosen den Kauf von stromsparenden Kühlschränken durch eine Art Gutscheinmodell zu ermöglichen. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) wolle Hartz-IV-Empfängern einen Zuschuss beim Kauf eines neuen energieeffizienten Kühlschranks gewähren, berichtet die "Saarbrücker Zeitung". Der Zuschuss solle "signifikant hoch" sein, "so dass die Geräte tatsächlich angeschafft werden", hieß es.

Details des Programms würden jetzt ausgearbeitet, darunter auch Kriterien, welche Art von Kühlschränken bezuschusst werden soll. Das Bundesumweltministerium bestätigte den Bericht zum Teil: "Es gibt keine Abwrackprämie", sagte Altmaier, aber Vorüberlegungen, einkommensschwachen Bürgern in Einzelfällen mit einem Gutscheinmodell den Kauf energiesparender Geräte zu ermöglichen.

Altmaier sieht verstärkte Anstrengungen zum Stromsparen als Erfolgsrezept, um die steigenden Energiekosten abzufedern - kritisiert wird immer wieder, dass sich Einkommensschwache nicht neue Kühlschränke kaufen können.

Wie die Zeitung weiter schreibt, hat das Bundesarbeitsministerium seine bisherigen Bedenken gegen Altmaiers Projekt aufgegeben und besteht nun nicht mehr auf einer Anrechnung des Zuschusses auf den Hartz-IV-Bezug, wenn er in Form eines Gutscheins erfolgt.

Die Idee wird besonders von der Caritas verfolgt. Demnach könnten Hartz-IV-Empfänger nach einer umfassenden Energieberatung und bei Vorlage eines Entsorgungsnachweises für den alten stromfressenden Kühlschrank einen solchen Zuschuss bekommen. Damit könnte dann ein energiesparender neuer Kühlschrank gekauft werden.

Das Programm könne Teil des Caritasprojekts "Stromspar-Check" werden, bei dem Stromsparhelfer in einkommensschwachen Haushalten kostenlos Energiesparartikel und abschaltbare Stecker zur Verfügung stellen. Von dem Beratungsprojekt, das seit 2008 vom Bundesverband der Energieagenturen Deutschlands und der Caritas angeboten wird und jährlich zehn Millionen Euro kostet, haben bisher 80.000 Hartz-IV-Haushalte profitiert.

nck/dpa/dapd

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