Herzinfarkt-Mittel Aspirin ist schon wieder alle

Bayer hat nach SPIEGEL-Informationen erneut Lieferprobleme bei Aspirin. Der Engpass ist heikel, der Konzern ist in Deutschland der einzige Anbieter des für Herzinfarktpatienten wichtigen Medikaments.
Brausetablette Aspirin von Bayer

Brausetablette Aspirin von Bayer

Foto: Oliver Berg/ picture alliance / dpa

Bayer hat schon wieder Schwierigkeiten, die Nachfrage nach Aspirin zu bedienen. Als Injektions- und Infusionslösung sei der weltbekannte Wirkstoff aktuell nur "in einer angepassten Menge" lieferbar, teilte der Konzern dem SPIEGEL mit. Es könne zu "einer Lieferunfähigkeit bei allen Packungsgrößen kommen", so Bayer  .

Bereits im vergangenen Jahr hatte es monatelang Engpässe bei "Aspirin i.v. 500 mg" gegeben - also jener Mixtur des Medikaments, welche Patienten in eine Vene gespritzt werden kann (der SPIEGEL berichtete). Das verschreibungspflichtige Mittel wird vor allem beim Auftreten des akuten Koronarsyndroms angewendet, dazu zählen auch Herzinfarkte. Dabei wird die Eigenschaft des Wirkstoffs ausgenutzt, das Blut zu verdünnen. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Der Leverkusener Pharmakonzern spricht von "länger andauernden Einschränkungen" bei der Lieferfähigkeit. Grund seien Qualitätsprobleme bei einem Wirkstoffhersteller in Frankreich, wo Aspirin i.v. hergestellt wird.

Bayer ist in Deutschland der einzige Anbieter von entsprechenden Infusionslösungen. Das macht den Engpass medizinisch heikel. Zwar können Patienten mit Tabletten behandelt werden, doch dies geht in Notfallsituationen nur eingeschränkt: Tabletten können verzögert oder schlechter wirken - und bei bewusstseinsgetrübten Patienten riskanter sein.

Auch darüber hinaus hat Bayer mit Herstellungsproblemen zu kämpfen. Konzernchef Werner Baumann erhielt von der US-Aufsichtsbehörde FDA einen Warnbrief , in dem der Zustand von Produktionsanlagen in Leverkusen bemängelt wurde. Bayer sagt, dass es keinen Zusammenhang mit dem Aspirin-Lieferengpass gebe.

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