Ausverkauf Schnäppchenjäger lassen Quelle-Server stottern

Rabattschlacht mit Hindernissen: Seit Sonntag stürzen sich Kunden auf die Quelle-Lagerbestände, das insolvente Unternehmen lockt mit Preisnachlässen. Trotz technischer Aufrüstung ist die Quelle-Website dem Besucheransturm nicht gewachsen - Kunden müssen derzeit Geduld mitbringen.

Quelle-Website: Lagerräumung toppt Weihnachts-Bestellrekord
ddp

Quelle-Website: Lagerräumung toppt Weihnachts-Bestellrekord


Düsseldorf - Lange Ladezeiten verleiden derzeit die Jagd auf Quelle-Schnäppchen: Auch am Montag war die Website des insolventen Versandhändlers dem Kundenansturm zunächst nicht gewachsen. Nach dem Start des Ausverkaufs am Sonntag, bei dem die Internetseite zeitweise nicht erreichbar war, gab es erneut Ausfälle. Eine Kundin beschwerte sich im Forum: "Wie kann ich denn etwas bestellen, wenn ständig die Seite zusammenbricht?" Quelle bestätigte, dass es aufgrund der großen Nachfrage Probleme gebe. Es werde "mit Hochdruck" an der Lösung gearbeitet, bis dahin sollten die Kunden telefonisch bestellen.

Trotzdem findet der Ausverkauf großen Anklang. Am Sonntag seien 61.700 Bestellungen eingegangen, sagte ein Sprecher der Insolvenzverwaltung am Montag. Damit sei der bisherige Tagesrekord von 45.900 Bestellungen im Weihnachtsgeschäft 2008 übertroffen worden. "Das ist mehr als zu erwarten war", ergänzte er. Die meisten Bestellungen seien in der letzten Stunde bis Mitternacht eingegangen.

Mit der Räumung der Warenlager läutete die Insolvenzverwaltung am frühen Sonntagmorgen die Endphase in der 82-jährigen Geschichte des einstmals größten europäischen Versandhändlers ein. Kunden können über das Internet 18 Millionen preisreduzierte Artikel ordern. Geplant sei der Ausverkauf für vier bis sechs Wochen, sagte der Sprecher. Die Auslieferung solle möglichst bis Weihnachten erfolgen. Auch am Montag fanden die Waren weiter reißenden Absatz. Bis 7 Uhr seien 18.000 Bestellungen eingegangen, sagte der Sprecher.

Die Aktion wird mit einer reduzierten Mannschaft von 4300 Mitarbeitern gestemmt. Wenn die Lagerregale leer sind, ist auch ihre Zeit bei Quelle vorbei. Am Freitag hatten bereits gut 2100 Beschäftigte ihren letzten Arbeitstag bei dem Traditionsunternehmen, das im Zuge der Pleite des Mutterkonzerns Arcandor ebenfalls einen Insolvenzantrag stellen musste. An den Markenrechten von Quelle hat nach Informationen des SPIEGEL der Otto-Konzern Interesse.

ore/ddp/Reuters



insgesamt 679 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
japan10 03.07.2009
1.
Zitat von sysopDie Quelle-Beschäftigten sind verzweifelt: Der Versandhändler wird liquidiert, die Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft. Die Gewerkschaft Ver.di fordert jetzt vom Bund und vom Freistaat Bayern Finanzhilfe für den Pleitekonzern. Wie geht es weiter mit Quelle?
Da hat sich wohl Herr Seehofer weit aus dem Fenster gelehnt. Quelle, wieder ein Beispiel für Größenwahn (Arcandor).
Harald E, 03.07.2009
2.
Zitat von sysopDie Quelle-Beschäftigten sind verzweifelt: Der Versandhändler wird liquidiert, die Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft. Die Gewerkschaft Ver.di fordert jetzt vom Bund und vom Freistaat Bayern Finanzhilfe für den Pleitekonzern. Wie geht es weiter mit Quelle?
Schon blöd, wenn man nicht systemrelevant ist. (Danke Fr. Merkel....hassu gut gesagt....aber die Einschläge kommen näher) Oh.....und es ist noch lang...sooo lang bis zur Wahl.
bedenkenträger2 03.07.2009
3. ...
Wie gehts weiter bei Quelle? Hoffentlich ohne Staatsknete. Staatshilfe für den Handel - was für ein Unsinn! Der Handel hat doch den leichtesten Part im Kapitalismus, er muss keine Dinge herstellen, schafft keine Werte, sondern er selektiert und verhökert. Der Handel ist doch quasi der Zuhälter der Industrie. Systemirrelevanter geht doch gar nicht. Wenn es eine Branche gibt, wo man (zurecht) sagt: "Ihr müsst alleine klarkommen!" dann ist das doch der Handel! Wer im Handel nicht klarkommt, hat versagt, hat nicht flexibel auf neue Konsumgewohnheiten reagiert. Das Arbeitsplätze-Argument darf nicht überall gezogen werden, der Staat ist bereits der größte Arbeitgeber im Land. Außerdem: Der Großteil der bei Quelle erhältichen Produkte ist doch (ich übertreibe mal rethorisch) zu 90 % "Made in China"; also, erst kaufen wir dort die chinesischen Produkte, und dann subventionieren wir auch noch deren Vertriebswege?!
Querspass 03.07.2009
4. Druckerei stoppt Quelle-Katalog
Obwohl ich der Bezirksleiterin der Sammelbesteller vor 9 Jahren und wiederholt mitgeteilt habe, daß 1 Hauptkatalog reicht, kommen halbjährlich SIEBEN FÜR DIE TONNE. Allein mit der Katalogdruckerei ist kein Umsatz zu machen. Und die Onlinepräsenz klemmt dauernd, es macht manchmal keinen Spaß! Außerdem, wer garantiert, daß die Briten (Mutterkonzern) die Staatsknete nicht abziehen? Soviel mir bekannt ist, hat die Plünderung der Konten zur Insolvenz geführt.
Caiman, 03.07.2009
5. Wahrscheinlich gar nicht...
Zitat von sysopDie Quelle-Beschäftigten sind verzweifelt: Der Versandhändler wird liquidiert, die Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft. Die Gewerkschaft Ver.di fordert jetzt vom Bund und vom Freistaat Bayern Finanzhilfe für den Pleitekonzern. Wie geht es weiter mit Quelle?
Wer ist eigentlich auf die grandiose Idee gekommen, mit 50 Mios einen Katalog auf Pump zu finanzieren, aus dem niemand mehr was bestellt, weil er nicht weiss, ob er überhaupt Ware erhält? Ach ja, das war der andere Horst "WER?"...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.