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Umwelt Autokauf ohne Klima-Ampel

Das Wirtschaftsministerium will die Effizienz von Pkw nicht mehr farblich nach Klassen einteilen. Umweltschützer schlagen Alarm.
aus DER SPIEGEL 27/2021
Neuwagen vor der Verschiffung im Emder Hafen

Neuwagen vor der Verschiffung im Emder Hafen

Foto: Markus van Offern / imago images

Das Bundeswirtschaftsministerium will das Ampelsystem für Autos, das beim Kauf sparsamere Pkw mit einem grünen und Spritfresser mit einem roten Label versieht, abschaffen. Das geht aus dem Entwurf einer Verordnung hervor, der dem SPIEGEL vorliegt. Die Einteilung in Effizienzklassen von A+ bis G war zwar schon bislang wenig aussagekräftig, weil der Spritverbrauch in Relation zum Gewicht des Fahrzeugs gesetzt wurde. Das führte dazu, dass schwere Geländewagen ein verhältnismäßig gutes Label bekommen haben. Künftig aber sollen die Konzerne lediglich dazu verpflichtet werden, im Autohaus »einen Hinweis auf den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen, die Energiekosten, den Strom- oder Wasserstoffverbrauch sowie die elektrischen Reichweiten« aufzustellen.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert in ihrer Stellungnahme, dass »auf eine bekannte und leicht zu erfassende Information der Verbraucher verzichtet werden« solle. Autokäuferinnen und -käufer könnten die reinen Zahlenwerte zu Energieverbrauch und CO2-Emissionen nur schwer vergleichen. Deshalb schlägt die DUH ein System vor, dass sich an der Grundfläche des Autos orientiert. Die Autolobby hatte sich bereits in der Vergangenheit gegen diese Forderung ausgesprochen. Dass nun auch noch das Ampelsystem wegfallen soll, wertet DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch als Hinweis darauf, dass es Ressortchef Peter Altmaier (CDU) mit dem Klimaschutz nicht sonderlich ernst meint. »Die Effizienzklassen sind ein sehr wichtiges Instrument, damit Deutschland seine Klimaziele erreicht«, sagt Resch.

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