Kretschmann bei Gasgipfel in Baden-Württemberg »Aus vielen Peanuts wird eine große Nuss«

Schaffe, schaffe, Gas einspare: Im Südwesten ist der Verzicht sprichwörtlich. Jetzt ruft Baden-Württembergs grüner Landeschef dazu auf, 20 Prozent weniger Gas zu verbrauchen.
Winfried Kretschmann

Winfried Kretschmann

Foto: Bernd Weißbrod / dpa

Nach einem sogenannten Gasgipfel hat Baden-Württembergs Landesregierung eine Kampagne zum Energiesparen angekündigt. Damit wolle das Land Bevölkerung, Verwaltung und Wirtschaft Anregungen zum Einsparen von Gas und Strom geben, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Ziel sei es, den Gasverbrauch um 20 Prozent zu reduzieren, so Kretschmann weiter. »Das ist möglich, dann kommt es zu keiner Gasmangellage.« Auch kleine Beiträge zählten. »Aus vielen Peanuts wird eine große Nuss.«

Im Gespräch mit dem Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, habe man noch mal hinterlegt, dass die starken Unternehmen im Südwesten nicht die »Gekniffenen« sein dürften, sagte Kretschmann. Auch hier sei das Energiesparen eine wichtige Voraussetzung. Die Industrie wolle wissen, ob der Süden bei einer Notfallverteilung von Gas gegenüber dem Norden benachteiligt werde, es seien »große Ängste« im Spiel, warnte Kretschmann.

Sein bayerischer Amtskollege Markus Söder (CSU) forderte die Bundesregierung auf, die Gasversorgung Bayerns und anderer Bundesländer aus dem österreichischen Speicher Haidach zu klären. Er reagierte damit auf die Ankündigung Österreichs, den auch für Bayern wichtigen Gasspeicher bei Salzburg möglichst bald - neben dem deutschen - auch mit dem österreichischen Netz zu verbinden. »Wir beobachten die Entwicklungen beim Gasspeicher in Haidach mit großer Sorge«, sagte Söder.

Bayern und Baden-Württemberg liegen fernab der geplanten Terminals für Flüssigerdgas (LNG) und der großen Speicher im Nordwesten . Die Terminals sollen dazu beitragen, die Bundesrepublik unabhängiger von russischen Gaslieferungen zu machen.

Innenminister Thomas Strobl (CDU) sagte beim Gasgipfel, es sei das gemeinsame Ziel, mit den Einsparungen die nächste Energie-Alarmstufe zu vermeiden. Denn dann müssten strikte Verbote erlassen werden. »Das zu vermeiden, dazu kann jeder einen Beitrag leisten«, sagte Strobl.

Kretschmann hatte Vertreter von Kommunen, Wirtschaft und Energieversorgern eingeladen. Der Gipfel sei wichtig und angemessen, sagte der Vorstandsvorsitzende des landeseigenen Energieversorgers EnBW, Frank Mastiaux. Die oppositionelle FDP kritisierte, dass nicht über Maßnahmen gesprochen wurde, die neue Energiequellen erschließen.

dab/AFP/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.