Katastrophe in Bangladesch Textilkonzerne versprechen mehr Sicherheit

Die internationale Textilbranche will künftig für mehr Sicherheit und besseren Brandschutz in Fabriken sorgen. Nach dem Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch unterzeichneten mehr als tausend Firmen in aller Welt ein entsprechendes Abkommen. Nur zwei große US-Konzerne fehlen.

Angehörige trauert in Pakistan (Archivbild): Mehr als 1100 Menschen kamen ums Leben
DPA

Angehörige trauert in Pakistan (Archivbild): Mehr als 1100 Menschen kamen ums Leben


Genf - Drei Wochen nach dem Einsturz eines Fabrikgebäudes in Bangladesch ist ein Abkommen von 31 führenden Handelskonzernen der Textilbranche für mehr Sicherheit in Kraft getreten. "Dies ist ein Wendepunkt", erklärte am Donnerstag der internationale Gewerkschaftsdachverband UNI Global Union in Genf. "Die Umsetzung beginnt jetzt." Die Vereinbarung soll Millionen Arbeiter in Textilfabriken in Bangladesch besser schützen. Bei dem Vorfall am 24. April nahe Dhaka waren mehr als 1100 Menschen gestorben.

Die Frist für die Unterzeichnung des Abkommens war in der Nacht zu Donnerstag abgelaufen. "Ziel ist die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und des Lebens der am meisten ausgebeuteten Arbeitskräfte der Welt, die unter gefährlichen Verhältnissen 38 Dollar im Monat verdienen", sagte Jyrki Raina, Generalsekretär der Gewerkschaft IndustriALL Global Union. Die Konzerne verpflichten sich, den Brandschutz und die Gebäudesicherheit in den Fabriken zu erhöhen.

Insgesamt sind in das Abkommen laut Gewerkschaftsangaben mehr als 1000 Zulieferbetriebe und Zwischenhändler und damit ein großer Teil der rund vier Millionen Textilarbeiter in Bangladesch eingebunden. Unter dem Eindruck der Katastrophe in Bangladesch schlossen sich die meisten der großen Handelsketten - darunter H&M, C&A, Tschibo, Primark, Aldi, Zara, Benetton und Abercrombie & Fitch - dem Abkommen innerhalb weniger Tage an.

Die US-Unternehmen Gap und Wal-Mart Chart zeigen hätten sich jedoch bislang geweigert, erklärte Philip Jennings, Generalsekretär von UNI Global Union. Dies sei "ein Fehler, den die Konsumenten nicht vergessen werden", sagte Jennings. Wal-Mart teilte mit, der weltgrößte Einzelhandelskonzern werde eigene Kontrollen in allen 279 Fabriken durchführen, die in Bangladesch für ihn produzieren.

stk/dpa

insgesamt 6 Beiträge
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hr_schmeiss 16.05.2013
1. ...da fehlt was...
Zitat von sysopDPADie internationale Textilbranche will künftig für mehr Sicherheit und besseren Brandschutz in Fabriken sorgen. Nach dem Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch unterzeichneten mehr als 1000 Firmen in aller Welt ein entsprechendes Abkommen. Nur zwei große US-Konzerne fehlen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/bangladesch-textilkonzerne-versprechen-mehr-sicherheit-a-900237.html
... ich vermisse hier die Worte: "mal wieder".
dorfeller 16.05.2013
2. wers glaubt
steht dort auch wie sich die Situation verbessern soll ? Und ich dachte die Kontrollen soll es auch schon vorher gegeben haben ? Die Arbeiter müssen sich erheben gegen diese ausbeuter!
raber 17.05.2013
3. Gap und Wal-Mart boykottieren?
Schade, dass der Grund weshalb Gap nicht unterschreiben will unerwähnt bleibt. Was will Wal-Mart denn bei ihren Kontrollen anders machen?
Oliver Gnutz 17.05.2013
4.
Zitat von sysopDPADie internationale Textilbranche will künftig für mehr Sicherheit und besseren Brandschutz in Fabriken sorgen. Nach dem Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch unterzeichneten mehr als 1000 Firmen in aller Welt ein entsprechendes Abkommen. Nur zwei große US-Konzerne fehlen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/bangladesch-textilkonzerne-versprechen-mehr-sicherheit-a-900237.html
Vielleicht könnte uns das internationale Kleidungsindustriedrecksackpack ja mal, so ganz nebenbei, erklären warum ein KIK-Polohemd 4,99 EUR kostet - und eines von Gaastra 69,99 EUR. Wo doch beide in der selben Klitsche (mit Rissen in der Wand) von den selben Arbeiterinnen geklöppelt werden.... btw: Welchen Grund sollte es geben einem Segelhersteller Kompetenz in der Polohemdenfertigung zu unterstellen ?
schoggi 17.05.2013
5. Was???
Schämt euch überalles!!!
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