Phishing-Mails Banken warnen vor Betrug bei Sepa-Umstellung

Eigentlich soll der einheitliche Zahlungsverkehr Sepa alles einfacher machen - doch nun versuchen offenbar Betrüger, ihren Nutzen aus der Umstellung zu ziehen. Der Bankenverband warnt von Phishing-Mails, mit deren Hilfe die Konten von Kunden geplündert werden sollen.


Berlin - Deutschlands Banken haben vor Betrug bei der Umstellung auf die neuen europäischen Kontonummern gewarnt. Internetbetrüger brächten im Zuge der Vorbereitung auf den Einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum (Sepa) sogenannte Phishing-E-Mails in Umlauf, teilte der Bundesverband deutscher Banken (BdB) am Dienstag in Berlin mit. Mit diesen E-Mails versuchten die Betrüger, Konto- und Zahlungsdaten abzugreifen.

In den E-Mails würden die Kontoinhaber aufgefordert, Kontodaten innerhalb einer Frist preiszugeben und für eine vermeintliche Überprüfung zu bestätigen. Kunden würden hierzu auf gefälschte Onlinebanking-Seiten gelockt, auf denen sie unter Umständen auch Geheimzahlen und Transaktionsnummern sollten. Teils versuchten Betrüger auch, über gefälschte Seiten Trojaner und Viren auf Computer zu übertragen, um diese auszuspähen.

Der Bankenverband riet zu besonderer Vorsicht im Umgang mit Kontodaten: Die Institute würden ihre Kunden in E-Mails niemals auffordern, Daten offenzulegen, erklärte der BdB. Wenn Kunden dubiose Mails öffnen, sollten sie im Zweifel niemals den angezeigten Links folgen oder angefügte Dateianhänge öffnen. Banken informierten ihre Kunden über SEPA und die neuen Kontonummern (IBAN) mit den Kontoauszügen oder per Post.

Ab dem 1. Februar wird der Zahlungsverkehr auch in Deutschland verpflichtend auf einen neuen europäischen Standard umgestellt. Dadurch ändern sich die Bankverbindungsdaten von Verbrauchern.

Die bisherigen Kontonummern und Bankleitzahlen werden abgeschafft und durch neue internationale Kontonummern ersetzt, die sogenannten IBAN. Diese bestehen aus 22 Stellen.

Für deutsche Bankkunden beginnt die IBAN mit DE, es folgen zwei neue Ziffern - dann die altbekannte Bankleitzahl und Kontonummer. Häufig sind die IBAN schon jetzt auf Kontoauszügen vermerkt. In einer Übergangszeit bis Februar 2016 können Verbraucher für inländische Überweisungen auch noch die bisherigen Verbindungsdaten nutzen, sofern ihre Bank dies zulässt.

Der Einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum besteht aus 33 Staaten. Dazu gehören die 28 EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen, die Schweiz und Monaco, die ebenfalls zum Europäischen Wirtschaftsraum gehören. In dem Zahlungsverkehrsraum gelten einheitliche Verfahren für den bargeldlosen Zahlungsverkehr, also für Überweisungen und Lastschriften.

stk/AFP



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