Angst vor Cyberangriff Bankkunden ist Sicherheit wichtiger als Rendite

Bankkunden in Deutschland haben einer Studie zufolge inzwischen mehr Angst vor Cyberattacken als vor einem Hauseinbruch. Beim Banking ist ihnen deshalb Sicherheit noch wichtiger als hohe Zinsen.
Angst vor der Gefahr eines Hackerangriffs

Angst vor der Gefahr eines Hackerangriffs

Foto: Reuters

Verbraucher in Deutschland würden ihre Bank eher wegen eines Sicherheitsrisikos als wegen höherer Zinsen wechseln. Das ist ein Ergebnis der Studie "Trust in Technology" der britischen Großbank HSBC, die das weltweite Vertrauen von Konsumenten in verschiedene Technologien untersucht hat. Demnach wäre eine große Sicherheitslücke für rund die Hälfte der Deutschen ein Grund, ihre Bank zu wechseln. Nur rund ein Fünftel der Befragten würde wegen zu geringer Zinsen wechseln.

Technologische Sicherheitslücken beunruhigen die Befragten laut der Untersuchung sogar mehr als ein Einbruch bei ihnen zu Hause. 46 Prozent schätzen den potenziellen Verlust persönlicher Daten als extrem oder sehr besorgniserregend ein. Fast ebenso viele fürchten sich besonders vor dem Hacken des Bankkontos oder vor dem Betrug über gefälschte E-Mails. Zum Vergleich: Über einen möglichen Hauseinbruch äußern sich nur 35 Prozent als extrem oder sehr besorgt.

Tatsächlich greifen Kriminelle verstärkt im Internet an und erleichtern arglose Bankkunden um ihr Geld. Deshalb werden inzwischen viele Bürger selbst aktiv, um ihre Onlinegeschäfte besser abzusichern. 81 Prozent prüfen häufig oder sehr häufig ihre Bankdaten auf ungewöhnliche Aktivitäten. 71 Prozent schützen ihre mobilen Endgeräte durch eine zusätzliche Software. Das ist im internationalen Vergleich der höchste Wert.

In der Befragung zeigt sich auch, dass Verbraucher sehr vorsichtig mit ihren persönlichen Daten umgehen. 87 Prozent betrachten die Datensicherheit als wichtiges Kriterium für die Auswahl ihrer Bank, während 83 Prozent eine verlässliche Geldanlage für bedeutsam erachten. Damit messen die Deutschen der Sicherheit ihrer persönlichen Informationen eine etwas größere Bedeutung zu als dem Erfolg ihrer Geldanlage.

Die Befragten halten sich außerdem zurück, ihre Daten in sozialen Medien preiszugeben. Insgesamt wären 74 Prozent nicht bereit, Name, Anschrift oder ihre Kredithistorie in den sozialen Medien zu teilen, um dafür ein besseres Serviceangebot einer Bank zu erhalten. Eine Vernetzung von Bankgeschäften mit sozialen Medien wie Facebook halten nur neun Prozent für wichtig.

hej
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