Fehlende Saisonkräfte Bauern warnen vor Engpässen bei einigen Obst- und Gemüsesorten

Die Grundversorgung mit Lebensmitteln ist in Deutschland sicher – bei bestimmten Arten von Obst und Gemüse könnte es allerdings bald eng werden. Grund: Erntehelfer bleiben aus.
Spargelfeld (Archivbild): Wichtige Kräfte aus dem Ausland können nicht einreisen

Spargelfeld (Archivbild): Wichtige Kräfte aus dem Ausland können nicht einreisen

Foto: dapd

Leere (Klopapier-) Regale, Hamsterkäufe und ein Run auf haltbare Nahrungsmittel - die Coronakrise ist auch im deutschen Lebensmittelhandel spürbar. Auch wenn laut Einschätzung von Experten niemand um die grundsätzliche Versorgung bangen muss: Für Liebhaber bestimmter Obst- und Gemüsesorten könnte es mittelfristig zu Enttäuschungen beim Einkaufen kommen.

In den deutschen Supermärkten wird nach Einschätzung von Bauernpräsident Joachim Rukwied in den kommenden Wochen und Monaten als Folge der Coronakrise das Angebot an frischem Obst und Gemüse schrumpfen. Er gehe zudem davon aus, dass es Preissteigerungen geben werde, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbands der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwochsausgabe). Hintergrund sei der Mangel an Saisonarbeitern aus Osteuropa.

Wegen der Pandemie hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in der vergangenen Woche ein Einreiseverbot für Erntehelfer verhängt.

Die Mitarbeiter aus Osteuropa seien zum Teil seit Jahren oder Jahrzehnten in den einzelnen Betrieben tätig und hätten entsprechende Erfahrung, betonte der Bauernpräsident. Er forderte die Bundesregierung auf, die Grenzen für Erntehelfer so schnell wie möglich wieder zu öffnen. Doch selbst wenn dies geschehe, sei unklar, ob die Saisonkräfte tatsächlich zurückkämen.

Könnten Asylsuchende das Problem der Landwirte lindern?

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) plädierte zuletzt dafür, Asylsuchende in der Landwirtschaft einzusetzen. Zusammen mit Bundesinnenminister Seehofer wolle sie erreichen, Asylsuchenden mit einem Beschäftigungsverbot kurzfristig eine Arbeitsaufnahme in der Landwirtschaft zu ermöglichen, sagte Klöckner.

"Viele kommen aus sicheren Herkunftsländern wie Albanien, Bosnien und Herzegowina, Serbien oder Montenegro und wollen mit anpacken, sich einbringen", sagte die CDU-Politikerin. Sie verwies zudem darauf, dass sich bereits zahlreiche Helfer auf der Plattform www.daslandhilft.de  gemeldet hätten. "Der Ansturm ist riesig - über 30.000 Inserate gab es allein in den ersten fünf Tagen", sagte Klöckner.

jok/AFP
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