Immobilien Bauland in München ist bis zu hundertmal teurer als im Osten

Die Preise für Bauland in Deutschland sind einem neuen Bericht zufolge deutlich gestiegen. Doch die Unterschiede zwischen Wachstumsregionen und ostdeutscher Provinz sind enorm.

Neubaugebiet am Niederrhein
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Neubaugebiet am Niederrhein


Bei den Preisen für Bauland gibt es innerhalb von Deutschland eine enorme Preisspanne. Das geht aus einem Bericht des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung hervor. In mittleren Lagen werden in Ostdeutschland demnach teils nur zwölf Euro pro Quadratmeter fällig, in München dagegen bis zu 1200 Euro.

Im bundesweiten Durchschnitt gaben die Eigenheim-Bauherren 2014 rund 105 Euro für einen Quadratmeter Bauland aus und damit zehn Euro mehr als noch sechs Jahre zuvor, heißt es in dem Bericht. Im Schnitt bauen die Bundesbürger ihr Eigenheim auf 670 Quadratmetern.

In den Wachstumsregionen Deutschlands wird der Ansturm auf freie Wohnungen aus Sicht des Bundesinstituts weitergehen. Der Neubau komme vielerorts nicht schnell genug voran, weil nicht genügend Bauland verfügbar sei.

Abseits der Ballungsräume sinke wegen fehlender Nachfrage dagegen die Wirtschaftlichkeit des Immobilienbesitzes. "Das ist vor allem mit Blick auf den Stellenwert von Immobilien als Altersvorsorge problematisch", hieß es in dem Bericht.

Wohnungswirtschaft kritisiert Vorgaben

Nach Ansicht des Verbands der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft verhindern überzogene Vorgaben für Klimaschutz, Brandschutz und Barrierefreiheit den Neubau günstiger Mietwohnungen. "Das steht in keinem Verhältnis und macht das Bauen teurer", sagte Verbandsdirektor Axel Tausendpfund vor Beginn des Verbandstags in Ludwigshafen.

So mache die Energieeinsparverordnung den Bau neuer Wohnungen wesentlich teurer, als im gleichen Zug Energie und damit Folgekosten eingespart werden könnten. Ähnlich sehe es bei Brandschutz und Barrierefreiheit aus. "Hier muss dringend ein Umdenken stattfinden."

Nach Angaben des Verbands fehlen im Südwesten jedes Jahr Tausende Neubauwohnungen, um den Bedarf zu decken. In Rheinland-Pfalz würden mindestens 15.000 neue Wohnungen pro Jahr benötigt, doch nur rund 10.000 fertig.

In Hessen klafften die Zahlen noch weiter auseinander: Einem Bedarf von 37.000 neuen Wohnungen stünden dort gerade einmal 15.000 fertiggestellte Einheiten pro Jahr gegenüber. Die Kommunen müssten deshalb dem Verband zufolge mehr Bauland zur Verfügung stellen. Außerdem fehle es an steuerlichen Anreizen für den Neubau. Die derzeit zinsgünstigen Darlehen seien in Zeiten ohnehin niedriger Zinsen relativ unattraktiv.

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pauli96 13.09.2016
1. Fragliche Differenz
Gegenden, in die außer Menschenscheuen und Naturliebhabern keiner ziehen will, gibts bestimmt mehrfach in Deutschland. Mir persönlich sind auch im Osten der Republik keine relevanten Gebiete bekannt, in denen Bauland zu Preisen deutlich unter 50 Euro gehandelt wird. Die Norm im Bereich von größeren Städten sind 100€/qm und drüber...
Fortune 13.09.2016
2. Lächerlich
Diesen Artikel hättet ihr Euch sparen können, wenn er nicht von Eurem Praktikanten geschrieben wurde.. Der Vergleich ist meines Erachtens nach wertlos. Wenn Ihr behauptet, dass es Baugrund im östlichen Teil Deutschlands in mittlerer 'Lage'( Ich nehme an, dass das gemeint war) für 12 Euro gibt ( und das laut Eurer Formulierung kein Einzelfall ist), wäre es durchaus sinnvoll, diese Zahl mit einem Beispiel zu unterlegen. Abgesehen davon kann ich mir nicht vorstellen, dass es sinnvoll war diese zwei Quadratmeterpreise miteinander zu vergleichen.. Sensationsjournalismus fällt mir dazu nur ein.
jowitt 13.09.2016
3. günstiger Wohnraum ist nicht zu erstellen
Die neue Energieeinsparverordnung, Vorschriften zur Barrierefreiheit, Parkplatzvorschriften und viele weitere Vorschriften verhindern ein preiswertes Bauen. Das alles macht das Bauen unnötig teuer und bringt viel weniger Einsparung, als es im Gegenzuge kostet. Allein die jährliche Verschärfung der Energiegesetze im Bauen tragen heute schon zu 30% zu den Mehrkosten bei.
rico76 13.09.2016
4. In Teilen zweifelhafter Artikel
Den Osten Deutschlands allgemein als billig und hinterwäldlerisch hinzustellen ist zwar en vogue, aber Bauland für diesen Preis bekommt man auch irgendwo im Nirgendwo im Westen. Man darf nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. In Sachsen und Thüringen, als hochentwickelte Industrie-, Handels-, und Wissenschaftsstandorte, findet man unter 50 Euro/qm kein infrage kommendes Bauland - der Durchschnitt liegt irgendwo zwischen 70-90 Euro/qm, in städtischen Randlagen sogar deutlich über 100 Euro, teils bis 200 Euro. Bauland ist auch hier knapp geworden, in den letzten Jahren durch die niedrigen Baudarlehen erst recht. Regionale Unterschiede aus 5 Bundesländern glatt zu ziehen, ist schon sehr banal. Man darf auch nicht Bodenrichtwertkarten als Maßstab nehmen, der Marktpreis liegt oft deutlich darüber. Andererseits will uns der Verfasser doch nicht wirklich unterjubeln, dass qm-Preise von mehreren hundert Euro gerechtfertigt sind? Bauen ist ansich schon zu teuer geworden, da sollte Land als Basis wenig kosten - in den USA geht's auch. Zudem sollten die Gemeinden inflationär Bauland günstig abgeben, gerade in Ballungszentren, damit keine Immobilienblasen in den Innenstädten entstehen. Die Bau- und Energievorschriften sind überreguliert - das sagt jeder Architekt oder Bauingenieur. Unter 2.000 Euro/qm bekommt man hierzulande kein Haus mehr gebaut, ohne Keller, Garagen und Außenanlagen versteht sich. Hier muss sich was ändern. So wird kein bezahlbarer Wohnraum geschaffen.
adep 13.09.2016
5. Erschließungskosten sind im Westen schon 15x höher
Hier in einer großstadtnahen Kleinstadt (nicht München) betragen die Erschließungskosten für ein innerörtliches Baugebiet allein 180 €/qm. Da ist man auch sehr bemüht möglichst alles Kosten und Maßnahmen im Umfeld des Baugebiets (incl. Erneuerung alter Wasserleitung der Stadtwerke) sich durch das Baugebiet finanzieren lassen. Dann noch zusätzlich kostenlose Flächenabtretung für Allgemeinbedarf, ... Dann noch der Ökoausgleich. Dann noch mehr als ein Jahrzehnt Genehmigungsdauer. Doppelte Grundsteuer durch Bauträger ... da ist man schon sehr schnell bei mehreren 100 €/qm ohne dass der Voreigentümer einen größeren Gewinn gemacht hätte. Dann kommen dann noch die teuren Auflagen durch die überzogenen Energieeinsparungsverordung. Die kleinlichen Vorgaben im Bebauungsplan und dann wundert man sich dass Wohnen unbezahlbar wird.
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