SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

16. August 2018, 17:24 Uhr

Iran-Sanktionen und Lieferausfälle

Benzinpreise auf Dreijahreshoch

Die Verbraucherpreise für Benzin haben den höchsten Stand seit 2015 erreicht. Sanktionen gegen Iran und Lieferausfälle in Venezuela verknappen das weltweite Ölangebot.

Die Spritpreise haben ein Dreijahreshoch erreicht. Der Preis für einen Liter Diesel stieg vergangene Woche im Bundesschnitt um einen Cent auf 1,297 Euro, teilte der Automobilklub ADAC mit. Der Preis für Super E10 nahm um 0,1 Cent auf 1,467 Euro zu. Autofahrer müssen nun im Schnitt rund zwei Cent mehr pro Liter Kraftstoff zahlen als vor einem Monat.

Damit ist der Benzinpreis so hoch wie zuletzt im Juli 2015. Der Dieselpreis erreichte gar das Niveau von November 2014. Die Preise liegen aber weiterhin deutlich unter den Spitzenständen der Jahre 2011 bis 2014. Im September 2012 mussten Autofahrer für ein Liter Super E10 im Schnitt 1,67 Euro zahlen - ein Liter Diesel kostete damals 1,52 Euro.

Unsicherheiten am Ölmarkt treiben Preise hoch

Laut ADAC beeinflussen Unsicherheiten am Rohölmarkt die Entwicklung. Dieser zeigte zuletzt starke Schwankungen. So ist der Preis für ein Barrel der Sorte Brent binnen zwölf Monaten um 40 Prozent gestiegen. Bezogen auf die vergangenen drei Monate gab er aber um zehn Prozent nach.

US-Sanktionen gegen Iran sorgen derzeit für Umbrüche auf dem Ölmarkt: Die USA streben mit ihren Strafmaßnahmen an, dass der Zahlungsverkehr mit Iran ab dem 4. November eingestellt wird und Iran kein Öl mehr exportieren kann. Zudem hat die unruhige politische Situation in Venezuela zu Produktionsausfällen geführt.

Gleichzeitig versucht die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) eine gemeinsame Strategie zu fahren und so eine zu große Verbilligung von Rohöl zu verhindern.

Ein weiterer Grund für den Anstieg der Spritpreise liege in den sinkenden Wechselkursen des Euros gegenüber dem Dollar, berichtete der ADAC. Der Euro hat binnen einer Woche fast zwei Prozent an Wert verloren. Da Rohöl in Dollar gehandelt wird, werden die Importe für Deutschland somit teurer.

ans/AFP

URL:

Verwandte Artikel:

Mehr im Internet


© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung