Neubauten und Dachsanierungen Berlin führt Solarpflicht ein

In der Hauptstadt soll die Ökostromproduktion angekurbelt werden. Ein neues Gesetz zwingt Eigentümer deshalb, ab 2023 bei Neubauten und Dachsanierungen eine Solaranlage zu installieren.
Ein mit Solarzellen ausgerüstetes Einfamilienhaus (Archivbild)

Ein mit Solarzellen ausgerüstetes Einfamilienhaus (Archivbild)

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/ picture alliance / dpa

Auf Berlins Hausdächern sollen in Zukunft deutlich mehr Solaranlagen arbeiten. Das Abgeordnetenhaus hat deshalb mit seiner rot-rot-grünen Mehrheit gegen die Stimmen der Opposition das sogenannte Solargesetz Berlin beschlossen. Es gilt ab Januar 2023 und verpflichtet private Eigentümer, bei Neubauten und bei einer Dachsanierung bestehender Gebäude eine Fotovoltaikanlage zu installieren und zu betreiben.

Alternativ ist auch eine Anlage an einer Fassade möglich. Der Solarausbau soll so deutlich beschleunigt werden, die Energieerzeugung klimafreundlicher werden.

Ziel der Senatsverwaltung ist es, den Solaranteil am städtischen Strombedarf möglichst schnell auf 25 Prozent zu steigern. Auf den Berliner Dächern gebe es erhebliches Potenzial, das bisher nur zum kleinen Teil genutzt werde, hieß es. Der Ausbau der Solarenergie in Berlin schaffe auch zukunftssichere Arbeitsplätze, vor allem in den Bereichen Planung und Handwerk.

Kritik gab es nicht nur von der Opposition, sondern auch von der Fachgemeinschaft Bau. Das Gesetz drohe gerade im Sanierungsbereich zu einer Bremse zu werden, warnte Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner. Eigentümer könnten von ihm abgeschreckt werden und Sanierungen aufschieben.

ssu/dpa
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