Mythos #Betongold Der interaktive Rechner

Wie viele Jahre im Pflegeheim lassen sich durch den Verkauf eines Einfamilienhauses finanzieren? Unser interaktiver Rechner beantwortet diese Frage - für jede Region und mit individuellen Werten.

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Unser Gedankenexperiment setzt durchschnittliche regionale Immobilienpreise und Pflegekosten ins Verhältnis zueinander. Es zeigt: In weiten Teilen Deutschlands taugt das Eigenheim nur noch bedingt als Altersvorsorge. Wer es verkaufen und ins Pflegeheim umziehen muss, dem geht oftmals schon nach wenigen Jahren das Geld aus.

Natürlich kann die individuelle Situation davon abweichen, etwa wenn mehrere Personen gepflegt werden müssen oder diese eine höhere Pflegestufe benötigen. Zudem beeinflusst auch die Größe des Eigenheims das Ergebnis. Diese Faktoren können Sie im interaktiven Rechner verändern, um das Gedankenexperiment zu personalisieren.

Wenn Sie den konkreten Verkaufswert Ihres Eigenheims oder die monatliche Zuzahlung für ein bestimmtes Pflegeheim kennen, dann tragen Sie diese direkt in die Datenfelder ein. Starten Sie den Rechner, indem Sie oben eine Postleitzahl eingeben.



So haben wir gerechnet
Woher stammen die Daten?
Die regulären Verkaufspreise für Einfamilienhäuser erhebt das Institut Forschung und Baratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt (F+B) regelmäßig in seinem Vergleichspreismonitor. Daraus haben wir die durchschnittlichen Quadratmeterpreise von Bestandsimmobilien für das Jahr 2014 auf Ebene der Postleitzahlengebiete verwendet. Die Pflegeheime verhandeln die Höhe der Zuzahlungen für die unterschiedlichen Pflegestufen mit den Krankenkassen. Diese Angaben haben wir dem AOK-Pflegenavigator entnommen.
Dargestellt haben wir unsere Ergebnisse auf einer Deutschlandkarte, die auf Daten von OpenStreetMap beruht. Diese haben wir in die Postleitzahlengebiete eingeteilt, die wir einem öffentlichen Verzeichnis entnommen und händisch optimiert haben. Zur Einordnung der Ergebnisse haben wir zudem kleinräumige Daten aus dem Zensus 2011 herangezogen.
Welche Formel steckt hinter dem Ergebnis?
Die Rechnung im Mittelpunkt unserer Auswertung teilt den Verkaufwert eines typischen Einfamilienhauses durch die jährlichen Pflegeheimkosten. Heraus kommt die Anzahl der Jahre, die sich allein dadurch finanzieren lassen. Dafür haben wir für jedes Postleitzahlengebiet den mittleren Immobilienpreis (Median) für ein Einfamilienhaus mit 120 Quadratmetern im Jahr 2014 verwendet. Diesen Wert haben wir durch die jährliche private Zuzahlung geteilt, die für einen Platz im Pflegeheim (Pflegestufe 1) zu leisten wäre - und zwar als Mittelwert (Median) für alle Pflegeheime innerhalb des PLZ-Gebiets und im Umkreis von 15 Kilometern.
Was zeigt die interaktive Karte?
Wie lange reicht allein der Verkauf eines typischen Eigenheims in dieser Region, um die Pflegekosten für eine Person zu tragen? Diesen Wert stellt die Deutschlandkarte für alle PLZ-Gebiete dar. Die mittleren Kosten für einen Platz im Pflegeheim sind nur dort angegeben, wo es genügend Heime in der näheren Umgebung von 15 Kilometern gibt. Waren es weniger als fünf, ist das Postleitzahlengebiet in der Deutschlandkarte grau eingefärbt. Gleiches gilt, wenn in einem Gebiet im vergangenen Jahr nicht genügend Einfamilienhäuser den Besitzer gewechselt haben.
Ist die Wirklichkeit nicht komplexer?
Natürlich ist sie das. Nicht jeder Pflegebedürftige zieht in ein Pflegeheim. Und wenn, dann können viele bei der Finanzierung auf Ersparnisse oder eine Altersvorsorge zurückgreifen. Unser Gedankenexperiment vereinfacht die Situation bewusst, um den generellen Trend zu zeigen. Nutzen Sie unseren interaktiven Rechner, um die Berechnung weiter zu personalisieren.
Was bedeutet das Ergebnis im Rechner?
Der Rechner gibt Aufschluss über Ihre persönliche Situation. Sie können mehrere Personen in unterschiedlichen Pflegestufen einbeziehen und die Hausgröße verändern. Oder kennen Sie sogar den Verkaufswert Ihres Hauses oder die Zuzahlung für ein bestimmtes Pflegeheim? Dann können Sie diese Werte direkt in den Rechner eingeben und erhalten ein individuelles Ergebnis.


insgesamt 31 Beiträge
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Seite 1
santoku03 28.07.2016
1.
Die Funktion einer Immobilie als Altersvorsorge liegt weniger darin, später verkauft und verzehrt zu werden, sondern darin, auch im Alter mietfrei wohnen zu können.
salsabiker 28.07.2016
2.
Was für ein Quatsch eine Immobilie fürs Pflegeheim zu verschachern. Gibts nur in Deutschland sowas.
Paddel2 28.07.2016
3. Falsche Aussage
Sofern der Immobilienwert nicht ausreichend die küftigen Pfelekosten deckt, muss zusätzlich vorgesorgt werden. Die Aussage, Immobilien deswegen als Vorsorge auszuklammern ist damit vergleichbar, den Kauf einer einzelnen Aktie als nicht ausreichend zu bezeichnen. Tatsache ist, dass der Kauf einer Immobilie Mietzahlungen als Rendite abwirft, wodurch eine bessere Verzinsung als bei anderen Anlagen erzielt werden kann. Das betrifft auch die Eigennutzung, da dadurch Miete gespart wird . Ich habe ein Cashflow-Modell aufgestellt, dass eine Immobilienfinanzierung mit einer festverzinslichen Anlage von 5 Prozent gegebüberstellt und siehe da: die Immobilie ist im Vorteil. Fazit: der Immobilienkauf lohnt sich auch jetzt noch.
SasX 28.07.2016
4.
Zitat von salsabikerWas für ein Quatsch eine Immobilie fürs Pflegeheim zu verschachern. Gibts nur in Deutschland sowas.
Muss man ja nicht verkaufen, man kann das Pflegeheim gerne auch so bezahlen. Aber man kann nicht auf der einen Seite erwarten, dass die Allgemeinheit die persönlichen Kosten trägt, während man auf der anderen Seite Vermögen hat. Denn das wäre das, was viele Leute Firmen immer vorwerfen: Verluste sozialisieren, Gewinne privatisieren.
derschnaufer 28.07.2016
5.
Ich bezahle in 30 Jahren mein Haus ab und das fällt dann der Pflege nach 3 Jahren zum Opfer, weil diese Herrschaften natürlich großzügig zu ihren Gunsten rechnen.Das gibt es wirklich nur in Deutschland.Es wundert mich nur dass es nicht schon nach einem Jahr weg ist, bei einer so beachtlichen Pflege.
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