Brauer will »Bier-Gipfel« im Kanzleramt 7,50 Euro für den halben Liter Bier sind möglich

Energie, Braumalz und Verpackungen: Brauer beklagen massive Kostensteigerungen. Am Ende könnte der halbe Liter Bier 7,50 Euro kosten, warnt ein Lobbyist.
Olaf Scholz bei Brauereibesuch: Muss der Kanzler ran?

Olaf Scholz bei Brauereibesuch: Muss der Kanzler ran?

Foto: Bernd Weißbrod / dpa

Die Inflation scheint sich abzuschwächen, ein Gasmangel zeichnet sich nicht ab: Zuletzt kamen aus der Wirtschaft eher verhalten optimistische Töne. Doch nun schlägt eine Branche Alarm, die sich selbst als Kulturgut sieht: die Bierbrauer. Sie warnen vor massiv steigenden Kosten für Verbraucher.

»Wenn Brauereien und Gastronomen ihre Mehrkosten voll an den Verbraucher weitergeben, sind wir Ende des Jahres bei 7,50 Euro für den halben Liter«, sagte Stefan Fritsche der »Bild«-Zeitung. Er ist Vizechef des Brauereiverbands Berlin-Brandenburg und Geschäftsführer der Klosterbrauerei Neuzelle.

Viele Kunden und Kundinnen seien nicht bereit, deutlich höhere Preise für Bier zu zahlen. Die Branche stehe daher »vor der größten Herausforderung in der deutschen Brau-Geschichte«. Vielen Brauereien drohe das Aus. Der Verbandsvertreter forderte: »Wir brauchen den Bier-Gipfel im Kanzleramt, um Deutschlands wichtigstes Kulturgut zu erhalten!«

Auch der Deutsche Brauer-Bund (DBB) hat Preiserhöhungen vorausgesagt. Vor allem stark steigende Kosten für Rohstoffe und Vorprodukte sowie Personal und Logistik belasten demnach die Unternehmen:

  • Die Preise für Kronkorken hätten sich mehr als verdoppelt.

  • Kohlensäure kostete laut dem Bundesverband im vergangenen November 90 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

  • Bei Etiketten liege der Aufschlag bei 30 Prozent,

  • bei Hopfen bei 35 Prozent

  • und bei Braumalz bei 90 Prozent.

Für die Monate Januar bis November 2022 meldete die deutsche Brauwirtschaft ein Absatzplus von 3,2 Prozent auf 81,2 Millionen Hektoliter Bier (ohne alkoholfreie Sorten).

Dies sei aber nur auf den ersten Blick ein positives Signal, denn im Vor-Corona-Jahr 2019 hatte der Bierabsatz im Vergleichszeitraum noch bei 85,2 Mio. Hektolitern gelegen, hieß es.

Insgesamt zeige sich die Branche nach drei Jahren Dauerkrise aber deutlich widerstandsfähiger als früher, hieß es beim Deutschen Brauer-Bund.

mmq/Reuters/AFP

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