Finanzaufsicht warnt vor Bitcoin "Exzesse, die bittere Verlierer produzieren"

Der Bitcoin-Kurs hat sich etwas erholt - doch Finanzaufsicht und Bundesbank warnen eindringlich: Wer in die Kryptowährung investiert, kann das gesamte Geld verlieren. Es werde "bittere Verlierer" geben.

Ein Anstieg um 6,5 Prozent oder rund 1100 Dollar: Gemessen an dem Kursverlauf der vergangenen Wochen und vor allem der vergangenen Tage handelt es sich bislang um einen fast schon ruhigen Bitcoin-Tag. Nachdem der Preis der Kryptowährung von rund 4000 Dollar Anfang Oktober scheinbar unaufhörlich auf mehr als 20.000 Dollar am vergangenen Sonntag gestiegen war, stürzte er bis zum Freitag auf zeitweise weniger als 11.000 Dollar ab - um am Ende des Tages doch wieder auf knapp 14.000 Dollar zu klettern.

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Angesichts dieser heftigen Ausschläge warnen Finanzaufseher, Notenbank und Ökonomen eindringlich vor den Risiken von Investitionen in Bitcoin. "Es handelt sich um höchst spekulative Vorgänge mit der Möglichkeit des Totalverlustes", sagte der Chef der Finanzaufsichtsbehörde BaFin, Felix Hufeld, der "Bild"-Zeitung. Es werde "Exzesse geben, die bittere Verlierer produzieren" würden, prognostizierte Hufeld.

Der oberste Finanzaufseher rät daher zu höchster Vorsicht. Ein Anleger müsse wissen, "dass er im schlimmsten Fall sein ganzes Geld verlieren kann." Bereits Ende November hatte die Finanzaufsicht vor möglichen Totalverlusten bei Investitionen in Kryptowährungen gewarnt. Damals war es Elisabeth Roegele, die Chefin der Wertpapieraufsicht der BaFin. "Es tummeln sich auch Spekulanten und windige Geschäftemacher am Markt", sagte Roegele.

Nun thematisierte ihr Chef Hufeld auch eine Regulierung von Kryptowährungen. Seine Behörde müsse "eng am Ball bleiben", allerdings stehe sie vor einer "großen Lernaufgabe". "Wir sind alle dabei, dieses Gebiet erst zu verstehen und Know-how aufzubauen."

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Die größten Digitalwährungen: Bitcoin und die Alternativen

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Die Bundesbank spricht der ursprünglich als Zahlungsmittel kreierten Digitalwährung sogar den Charakter des Geldes ab. "Wir sehen eine rasante Wertentwicklung, die das Risiko rasanten Verlusts birgt", sagte Vorstand Carl-Ludwig Thiele der Zeitung "Euro am Sonntag". Erst kürzlich hatte der Chef der Bundesbank, Jens Weidmann, die Bezeichnung "Digitalwährung" als irreführend bezeichnet: "Ein Zahlungsmittel sollte ja eine Wertstabilität aufweisen. Diese Eigenschaften fehlen dem Bitcoin."

Diese Ansicht vertritt auch Thiele. Wegen der hohen Wertschwankungen eigne sich die Digitalwährung nicht zur Wertaufbewahrung, sagte er der Zeitung. "Das teure und ineffiziente Übertragungssystem der Blockchain spricht zudem gegen die Eignung als Zahlungsmittel." Die Einführung einer staatlichen Kryptowährung im Euroraum schloss Thiele vorerst aus. "Digitales Zentralbankgeld analog zu Bargeld ist momentan nicht in Sicht."

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Allerdings gebe es "eine breite Debatte über den Nutzen von digitalem Zentralbankgeld in einem geschlossenen System, wie etwa bei dem Prototypen, den wir zusammen mit der Deutschen Börse entwickelt haben". Dabei gehe es darum, die Eignung der hinter Bitcoin stehenden Technologie für die Abwicklung von Zahlungen und Wertpapiertransaktionen zu erforschen. Es handle sich aber um ein "analytisches Projekt, keine Vorstufe zu einer neuen Anwendung".

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Der Wirtschaftsweise Christoph Schmidt warnte ebenfalls vor den Risiken von Kryptowährungen wie den Bitcoin  . "Zumindest sind das hochspekulative Geschäfte, sagte Schmidt der "Rheinischen Post". Dies sei so lange nicht bedenklich, wie Anleger die daraus erwachsenden Risiken aus eigener Kraft tragen könnten. "Zögen ihre Verluste jedoch andere in Mitleidenschaft, weil ihr Erwerb durch Kreditaufnahme finanziert wird, dann würde dies das Risiko für Verwerfungen an den Finanzmärkten erhöhen."

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fdi/dpa/Reuters
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