Erste Black-Friday-Bilanz Deutsche Verbraucher kaufen mehr Schnäppchen als je zuvor

Die Deutschen gehen auf Schnäppchenjagd wie nie zuvor. In der diesjährigen Rabattwoche rund um den Black Friday konnten viele Händler Rekordabsätze schreiben – vor allem in zwei Altersgruppen.
Kunden warten am Rabatt-Tag Black Friday vor einer Filiale von Zara in München

Kunden warten am Rabatt-Tag Black Friday vor einer Filiale von Zara in München

Foto: Sachelle Babbar / imago images/ZUMA Wire

Die Verbraucher in Deutschland gehen in diesem Jahr auf Schnäppchenjagd wie nie zuvor. In der Rabattwoche Black Week rund um den Black Friday am vergangenen Freitag stiegen die Verkäufe nach Angaben des Zahlungsanbieters Klarna um 63 Prozent gegenüber dem Vorjahr – und brachen damit alle bisherigen Rekorde. Dies berichtete die Zeitschrift »Textilwirtschaft«.

Bereits um 0 Uhr in der Nacht zum vergangenen Freitag warteten Millionen Verbraucher vor dem Computer, um sich die besten Black-Friday-Angebote zu sichern. Allein in der ersten Stunde des Tages seien die Verkäufe verglichen mit einem durchschnittlichen Tag im Jahr um 710 Prozent gestiegen, berichtet Klarna.

Mit Abstand am gefragtesten waren demnach Schmuck und Accessoires: Diese Kategorie sei Klarna zufolge um 6145 Prozent gestiegen, gefolgt von Elektronikartikeln (plus 1790 Prozent) sowie Produkten aus dem Bereich Gesundheit und Kosmetik (plus 833 Prozent).

In der Wochenbilanz liegen Elektronikartikel an Platz eins (plus 92 Prozent), gefolgt von Haus und Garten (plus 74 Prozent) sowie Kleidung und Schuhen (plus 70 Prozent). Schmuck und Accessoires folgen auf dem vierten Platz (plus 55 Prozent).

Mittlere und ältere Konsumentengruppen wachsen am stärksten

Das stärkste Wachstum im Vergleich zum Vorjahr gab es laut Klarna bei den mittelalten und älteren Konsumenten: Die 36- bis 45-Jährigen und die 66- bis 75-Jährigen verzeichneten jeweils ein Plus von 77 Prozent. Am geringsten war der Zuwachs bei den 18- bis 25-Jährigen (plus 50 Prozent). Allerdings nennt das Unternehmen keine absoluten Zahlen.

Laut dem Handelsverband Deutschland (HDE) hat sich die Schnäppchenjagd am Black Friday in diesem Jahr stärker ins Internet verlagert. Dennoch rechnet der HDE auch im stationären Einzelhandel mit Rekordumsätzen am Black Friday und am Cyber Monday an diesem Montag.

Insgesamt würden die Verbraucher bei der Schnäppchenjagd voraussichtlich rund 3,7 Milliarden Euro ausgeben, prognostizierte der HDE. »Das Potenzial der beiden Aktionstage ist noch nicht ausgereizt«, sagte der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp kürzlich.

Nach einer Umfrage des Handelsforschungsinstituts IFH Köln wollte in diesem Jahr mehr als jeder dritte Onlineshopper Aktionen zum Black Friday nutzen – und jeder fünfte am Cyber Monday auf Schnäppchenjagd gehen.

Greta: »Kauft kein Zeug, das Ihr nicht braucht.«

Klimaaktivistin Greta Thunberg hatte dazu aufgerufen, am Black Friday nicht unnütz einzukaufen. »Überkonsum zerstört die gegenwärtigen und künftigen Lebensbedingungen und den Planeten selbst«, schrieb die 17-jährige Schwedin am Freitag im Zuge ihres Online-Klimaprotests auf Twitter und Instagram. »Kauft kein Zeug, das Ihr nicht braucht.«

caw/dpa-AFX
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