Boom trotz Coronakrise Bauhauptgewerbe stellt kräftig ein

Ganz Deutschland ächzt unter der Coronakrise. Ganz Deutschland? Nein, die Baubranche boomt ungebrochen weiter - und schafft sogar neue Stellen. Deutlich schlechter sieht die Lage für das Handwerk aus.
Baustelle

Baustelle

Foto: Christophe Gateau / dpa

Die deutsche Baubranche zeigt sich in der Coronakrise erstaunlich robust. Laut Daten des Statistischen Bundesamtes  hat der Sektor nicht nur keinen Rückgang seines Geschäfts zu verzeichnen - er wächst sogar deutlich. So stieg der Umsatz des Bauhauptgewerbes im Juni um 11 Prozent, gerechnet im Vergleich zum Vorjahresmonat. Bemerkenswert: Auch die Zahl der Beschäftigten stieg - trotz der aktuellen Krise - mit 1,3 Prozent deutlich an.

Im ersten Halbjahr 2020 seien "keine wesentlichen Effekte der Corona-Pandemie" auf die Branche zu beobachten gewesen, so die Statistiker. Der fortgesetzte Bauboom betraf dabei offenbar praktisch alle Teilsektoren: Im Hochbau stiegen die Umsätze im Juni 2020 um 9,9 Prozent, im Tiefbau um 10,2 Prozent.

Handwerk steckt in der Krise

Besonders gefragt sind derzeit offenbar "Abbrucharbeiten und vorbereitende Baustellenarbeiten". Dort lag das Plus sogar bei 23,5 Prozent. Beim Bau von Straßen und Bahnverkehrsstrecken lag das Wachstum hingegen mit 5,9 Prozent deutlich geringer.

Deutlich schlechter sieht die Lage allerdings für das Handwerk in Deutschland aus. Erstmals seit sieben Jahren verzeichnete die Branche gegenüber einem Vorjahresquartal einen Rückgang. Die Erlöse verringerten sich im zweiten Vierteljahr um 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Beschäftigten im zulassungspflichtigen Handwerk sank um 1,7 Prozent.

Den stärksten Rückgang gab es im Kraftfahrzeuggewerbe (minus 21,6 Prozent) .

beb
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.