Entzündliche Styroporplatten Experten warnen vor Brandgefahr bei Wärmedämmung

Die Regierung fördert die Wärmedämmung mit Milliarden. Nun schlagen ausgerechnet Experten der Bauminister nach SPIEGEL-Informationen Alarm: Styroporplatten fangen rasend schnell Feuer.
Hausbrand in Arnsberg im Sauerland: Gefährliche Wärmedämmung

Hausbrand in Arnsberg im Sauerland: Gefährliche Wärmedämmung

Foto: Fabian Weisser/ picture alliance / dpa

Hamburg - Bei Häusern, deren Fassaden mit Wärmedämmverbundsystemen aus Styropor versehen sind, bestehen erhebliche Brandgefahren. Das geht nach Informationen des SPIEGEL aus einer internen Analyse für die Bauminister der Bundesländer hervor. (Die gesamte Geschichte lesen Sie hier im aktuellen SPIEGEL.)

Darin werden die Ergebnisse einer Versuchsreihe wiedergegeben, bei der Experten eine Holzkrippe vor einer 60 Quadratmeter großen Wand mit Polystyrol-Dämmplatten entzündet hatten. Dabei habe sich der Brand bereits "15 Minuten nach Entzünden der Brandquelle zum Vollbrand entwickelt und über die gesamte Wandfläche, verbunden mit massiver Flammen- und Rauchentwicklung ausgebreitet", heißt es in der Expertise.

Das Wärmedämmverbundsystem habe "bei diesem Versuch versagt". Verantwortlich für das Brandgeschehen sei gewesen, dass sich "durch die Hitze geschmolzenes und ablaufendes Polystyrol an der Brandquelle entzünden kann" und "die Brandlast während des Brandverlaufs noch zunimmt".

Die Experten der Bauminister schlugen deshalb vor, die Brandschutzvorschriften für Neubauten zu verschärfen. So könnten künftig sogenannte Brandriegel verhindern, dass sich Brände unkontrolliert ausbreiten.

Bestehende Gebäude müssten allerdings nicht nachgerüstet werden, so der Bericht an die Ressortchefs auf einer Konferenz vor wenigen Wochen in Chemnitz. Stattdessen soll es ein Merkblatt geben, das Mieter und Eigentümer auffordert, feuergefährliche Gegenstände wie Mülltonnen von der Hausfassade abzurücken.

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