Schadstoffe BUND will Verkaufsstopp für dreckige Diesel erzwingen

Selbst Dieselautos der neuesten Abgasnorm sind dreckiger als erlaubt. Weil viele Modelle die Stickoxid-Grenzwerte überschreiten, verlangt die Umweltorganisation BUND vor Gericht den sofortigen Verkaufsstopp.
Autos auf der Autobahn A2

Autos auf der Autobahn A2

Foto: Julian Stratenschulte/ dpa

Die Aufarbeitung des Dieselskandals von Volkswagen verläuft den Umweltorganisationen zu langsam und zu zaghaft. Deswegen ergreift der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) jetzt die Initiative. Vor Gericht will die Organisation jetzt ein Verkaufsverbot für solche Diesel erzwingen, die zwar nach Euro 6 eingestuft sind, aber in Wirklichkeit viel mehr Schadstoffe ausstoßen als erlaubt. Beim Verwaltungsgericht Schleswig habe der BUND deshalb den Erlass einer einstweiligen Anordnung beantragt, teilte der Verein mit.

"Tagtäglich werden in Deutschland rund 3500 neue Euro-6-Dieselautos verkauft, die auf der Straße den gesetzlich vorgeschriebenen Stickoxid-Grenzwert teils massiv überschreiten", sagte BUND-Verkehrsexperte Jens Hilgenberg. Das müsse gestoppt werden, um Gesundheitsgefahren abzuwenden.

Im November schon hatte der BUND das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg aufgefordert, tätig zu werden. Viele Autos halten die Grenzwerte nur unter Laborbedingungen ein, nicht aber auf der Straße. Das hatte im Zuge das Abgasskandals Schlagzeilen gemacht. Das KBA lehnte einen Verkaufsstopp aber ab, weil sich die Behörde nach Angaben des BUND für nicht zuständig erklärte.

kig/dpa
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