Tricksereien Kartellamt fordert Sanktionsmöglichkeiten bei Vergleichsportalen

Das Bundeskartellamt hat in einer Untersuchung Tricksereien von Vergleichsportalen kritisiert. Die Behörde will etwas dagegen unternehmen - darf aber bisher nicht.
Zentrale des Vergleichsportals Check24 in München (Archiv)

Zentrale des Vergleichsportals Check24 in München (Archiv)

Foto: Matthias Balk/ dpa

Der Präsident des Bundeskartellamts Andreas Mundt fordert weitreichendere Befugnisse im Umgang mit undurchsichtigen Vergleichsportalen. "Wir möchten gern Defizite, die wir auf einem Markt feststellen, auch beheben", sagte Mundt dem Bonner "General Anzeiger". "Bei Internetvergleichsportalen haben wir viele Dinge festgestellt, die wir gern abstellen würden."

Allerdings dürfe seine Behörde bisher im Verbraucherschutz nur Untersuchungen durchführen, "ohne eine Befugnis zur Durchsetzung der Ergebnisse". Nachdem die Untersuchungskompetenz 2017 eingeräumt worden sei, brauche es nun den zweiten Schritt. Mundt sagte: "Wir sind keine Marktwächter, wir sind Rechtsdurchsetzer."

Einige Plattformen erweckten etwa den Eindruck, sie würden einen Markt komplett abbilden. Unter anderem bei Versicherungen oder Hotelportalen sei das aber oft nicht der Fall. Bei Telekommunikation- und Energietarifvergleichen könnten Firmen ganz oben in der Liste erscheinen, wenn sie dafür zahlten (lesen Sie hier eine Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse).

Auch Nutzerbewertungen im Internet wolle die Behörde untersuchen. Sie bekäme "Hinweise zu Firmen, deren Geschäftszweck angeblich darin besteht, Nutzerbewertungen zu verbessern. Oder zu Software, die automatisiert Nutzerbewertungen erstellt", sagte Mundt. Weil Nutzerbewertungen bei der Kaufentscheidung eine große Rolle spielten, sei es wichtig, dass diese verlässlich und nicht gefälscht seien.

kko/dpa