300.000 Euro Strafe Telefonterror - Firma muss hohes Bußgeld zahlen

Die Bundesnetzagentur wirft einem Vermittler von Strom- und Gasverträgen vor, am Telefon "aggressiv und teilweise bedrohend" um Kunden geworben zu haben - und verhängte die höchstmögliche Geldstrafe.


Ein Vermittler von Strom- und Gasverträgen muss 300.000 Euro Bußgeld wegen unerlaubter Telefonwerbung zahlen.

Wie die Bundesnetzagentur mitteilte, verhängte sie die höchstmögliche Geldstrafe gegen die Energysparks GmbH wegen "aggressiver Gesprächsführung und Telefonterror".

Die Anrufer seien "äußerst hartnäckig, aggressiv, beleidigend und teilweise bedrohend" gewesen. Der Unternehmensleitung seien die Verstöße bekannt gewesen, sie habe aber nichts unternommen, um sie abzustellen. Von Energysparks war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

"Es ist das größte Verfahren wegen unerlaubter Telefonwerbung, das die Bundesnetzagentur bislang geführt hat", sagte Netzagentur-Präsident Jochen Homann. Mehr als 6000 Verbraucher hätten sich über die Anrufe der Vermittler, die unter dem Markennamen "Deutscher Energievertrieb" auftraten, beschwert. Die Betroffenen seien häufig mehrmals kontaktiert worden, obwohl sie weitere Anrufe bereits im ersten Gespräch untersagt hätten. Anrufe ohne die Zustimmung der Betroffenen seien rechtswidrig.

Subunternehmer waren bereits verurteilt

Obwohl die Bundesnetzagentur das Unternehmen mehrfach angehört habe, seien die Anrufe weitergegangen. Energysparks habe unter anderem auch mit Vertriebspartnern in der Türkei zusammengearbeitet, die als Subunternehmer Anrufe in Deutschland getätigt oder Adressdaten beschafft hätten.

Unter den Partnern sei auch ein Unternehmen gewesen, das bereits einschlägig wegen unerlaubter Telefonwerbung verurteilt worden sei. "Wer Subunternehmen beauftragt, muss sicherstellen, dass diese die gesetzlichen Vorgaben einhalten. Dies gilt erst recht, wenn die Eignung der Unternehmen zweifelhaft ist", sagte Homann. Das Bußgeld ist noch nicht rechtskräftig. Über einen möglichen Einspruch entscheidet das Amtsgericht Bonn.

Im Video: Tricks eines türkischen Callcenters

SPIEGEL TV

kko/dpa



insgesamt 44 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
sametime 10.12.2018
1. Die Strafe reicht nicht.
Diese Firmen müssen zusätzlich zur Strafe aufgelöst und das Vermögen beschlagnahmt werden. Ich habe bei meinem Umzug eine neue Telefonnummer erhalten und Veröffentlichung meiner Rufnummer untersagt. Seitdem habe ich meine Ruhe. Wer das nicht macht, sollte den Anrufer der Bundesnetzagentur melden und außerdem die Nummer des Anrufers im Router sperren.
Guerilla_79 10.12.2018
2. ...
Sind das diejenigen, vornehmlich aus Neumünster und Hamburg, die einen JEDES Wochenende aller penetrants anrufen, nachdem der Stromwechsel über eines der einschlägigen Portale sich dem Vertragsende neigt? Na Gott sei Dank. Bin auch dafür diese Drückerkolonen zu schließen und zu enteignen(am besten an ein Kinderheim spenden dann).
TheBear 10.12.2018
3. Nicht-Veröffentlichung hilft nicht
Die Nicht-Veröffentlichung der Telefonnummer nützt nichts. Die Computer der Belästiger rufen systematisch *alle* Nummern an, und sobald man (aus Versehen) abhebt, ist man dran. Eine schwarze Liste (mit blockierten Nummern) kann nicht helfen, die Belästiger ändern ja dauernd ihre Nummern, nur eine weisse Liste wäre wirksam. Die einzig langfristige Art sich gegen die Belästiger zu schützen, wäre soldidarisches Verhalten: ** Alle ** Angerufenen, weigern sich irgend etwas zu akzeptieren, aber wenn auch nur 1% der Angerufenen auf irgend ein Angebot eingehen, lohnt sich der Aufwand der Belästiger bereits.
turjan 10.12.2018
4.
Im Prinzip sind 300.000 Euro fuer eine mittelgrosse Firma gar nichts. Das faellt dann wohl unter "Werbungskosten".
ericmato.schneider 10.12.2018
5. Das sind nur 50€ pro Beschwerde
Das ist unverhältnismäßig. Enteignung des komplette Vermögens, Berufsverbot und Knast. Solche Betrugssachen sind nicht tolerierbar. Diese kriminelle Kultur führt zur Erosion unseres gesellschaftlichen Friedens. Das zieht sich inzwischen durch alle Berufe und Schichten. Das war in den 60ern bis 80ern nicht so in Deutschland. Das ist seit den 90ern so, seit Amerikanisierung, Versicherungsprovisionsvertreterei durch die Art Typen die an jung, pickelig, mit schlechten Anzügen an FDP-Ständen stehen. In anderen Ländern wie Osteuropa, Indien etc ist Beschiss ganz normal. Es ist wichtig das in diesem Bereich durchaus kulturell WIE IN SKANDINAVIEN existierende "Gewissen" zu Anstand und Aufrechtigkeit und HANDSCHLAGverträgen "es gilt das gesprochene Wort" a la Tacitus "die Germanen, das edle Volk" - zu bewahren und wieder neu zu beleben. Leider gibt es dazu zu viele Dummköpfe, toxische selbsthassende Linke und schüchterne ehrbare.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.