Bei Legalisierung Apotheken sind bereit zum Verkauf von Cannabis

Sollte eine Ampelkoalition Cannabis legalisieren, muss es irgendwo vertrieben werden. Die Apotheken seien dazu bereit, sagt Verbandspräsidentin Overwiening. Aber: »Wir reißen uns nicht darum.«
Marihuana für den medizinischen Gebrauch in San Francisco (Archivbild)

Marihuana für den medizinischen Gebrauch in San Francisco (Archivbild)

Foto: Eric Risberg/ AP

Die deutschen Apotheken wären bei einer Legalisierung unter bestimmten Bedingungen zum Verkauf von Cannabis bereit. »Um es ganz klar zu sagen: Wir reißen uns nicht darum, künftig in unseren Apotheken Cannabis zu verkaufen«, sagte die Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), Gabriele Regina Overwiening, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. »Im Fall einer Legalisierung sind wir aber davon überzeugt, dass es nur die Apotheken sein können, die ein Höchstmaß an Sicherheit für die Konsumenten gewährleisten.«

Wenn die Politik die Apotheken um den Verkauf bitte, werde es »schwer, uns zu verweigern«, so Overwiening weiter. Allerdings forderte sie einen Verkauf erst ab 18 Jahren sowie Kontrollmechanismen, die in einer bestimmten Zeit nur den Kauf einer definierten Menge Cannabis erlaubten.

Overwiening verwies auf das Beispiel der Schweiz, wo durch ein elektronisches Meldesystem nur eine bestimmte Gesamtmenge Cannabis pro Monat gekauft werden kann. Entscheidend werde außerdem sein, sauberes Cannabis mit einem definierten Wirkstoffgehalt aus sicheren Quellen beziehen zu können. »Das spricht für einen staatlichen Anbau.« Die Verbandschefin forderte zudem, dass wegen möglicher Bedenken kein Apotheker dazu verpflichtet werden dürfe, Cannabis zu verkaufen.

Die Debatte über eine Legalisierung von Cannabis in Deutschland hat vor dem Hintergrund der möglichen Ampelkoalition wieder an Fahrt gewonnen. FDP und Grüne sind für eine Legalisierung, die SPD hatte eine »regulierte Abgabe« an Erwachsene zunächst in Modellprojekten befürwortet, die von Präventions- und Beratungsangeboten begleitet werden. In ihrem Sondierungspapier hatten die drei Parteien dazu keine Angaben gemacht.

dab/dpa
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