Freihandelsabkommen Ceta Griechen fordern Schutz für Feta

Das EU-Freihandelsabkommen Ceta mit Kanada könnte an Feta scheitern. Einem Medienbericht zufolge will Griechenland erst unterschreiben, wenn das Land die exklusiven Namensrechte für die Käsespezialität bekommt.
Feta-Auswahl in einem Athener Geschäft: Teil des kulturellen griechischen Erbes

Feta-Auswahl in einem Athener Geschäft: Teil des kulturellen griechischen Erbes

Foto: JOHN KOLESIDIS/ REUTERS

Feta-Käse ist in Griechenland Teil des kulturellen Erbes, und ein Streit um die Spezialität könnte ein milliardenschweres Handelsabkommen scheitern lassen. Griechenland will im EU-Freihandelsabkommen Ceta mit Kanada den Schutz des heimischen Feta-Käses verankern.

Die griechische Regierung droht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge damit, das Abkommen nicht zu unterzeichnen, wenn darin nicht die exklusiven Namensrechte für die Käsespezialität festgeschrieben sind.

Griechenland will seine Beschwerde dem Bericht zufolge am Donnerstag beim Rat der EU-Handelsminister in Brüssel auf den Tisch legen. Die EU-Kommission sei bereits über die zahlreichen Verletzungen der Namensrechte auf dem kanadischen Markt informiert worden. Das Abkommen erlaubt es kanadischen Lebensmittelunternehmen, die Bezeichnung Feta weiterhin zu benutzen, wenn sie das schon vor Oktober 2013 getan haben.

Die griechische Regierung pocht dagegen darauf, dass entsprechende Produkte in Kanada mit dem Zusatz "nach Feta-Art" gekennzeichnet werden. Griechenland betrachtet den seit mehreren Tausend Jahren aus Schafs- und Ziegenmilch hergestellten Feta-Käse als Teil des kulturellen Erbes.

Herkunftsbezeichnungen für europäische Lebensmittelspezialitäten haben auch bei den Verhandlungen für das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP zwischen den USA und der EU für Wirbel gesorgt.

Kanada und die USA bezeichnen den Schutz als unfair, schließlich würden europäische Auswanderer Spezialitäten wie Feta schon seit Langem produzieren und sollten auch das Recht haben, ihre Produkte zu exportieren. Außerdem gebe es keinen Ort, der Feta heiße - deshalb sei ein entsprechender Schutz nicht möglich.

Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Kanada (Ceta) ist nach fünf Jahren dauernden Verhandlungen bereits beschlossen, aber noch nicht ratifiziert. Unerwartete Diskussionen über den finalen Text haben sich in den vergangenen Monaten verschärft und könnten die Ratifizierung weiter hinauszögern. Ob ein griechisches Veto das Abkommen noch verhindern kann, ist dem Bericht zufolge unklar.

nck/Reuters
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