Luftfahrtbranche Condor liefert Pakete für DHL aus

Weil in der Pandemie kaum noch geflogen wird, wird Condor jetzt auch zum Paketdienst. Konkurrent Lufthansa baut derweil das Urlaubsflugprogramm aus.
Bringt statt Touristen auch Pakete ans Ziel: Ferienflieger Condor

Bringt statt Touristen auch Pakete ans Ziel: Ferienflieger Condor

Foto: Werner Kerschbaummayr/ DPA

Flugreisen finden in der Corona-Pandemie kaum noch statt, der Ferienflieger Condor baut deshalb das Frachtgeschäft aus. Für das Logistikunternehmen DHL sollen von Leipzig aus Pakete nach Irland, Italien und Köln transportiert werden, teilten beide Unternehmen mit. Condor setzt dafür vier Langstreckenflugzeuge vom Typ Boeing 767 ein. Die Sitzplätze der Maschinen bleiben trotzdem frei: Beladen werden nur die Frachträume im unteren Teil des Flugzeugs.

Schon seit April 2020 fliegt Condor neben den wenigen Ferienflügen, die noch angeboten werden, gelegentlich reine Frachtverbindungen. Auch die Besatzung der Flugzeuge profitiert von den Flügen: Die kurzen Flüge für die DHL böten zusätzliche Trainingsflüge, heißt es aus dem Unternehmen. Die Zusammenarbeit ist zunächst bis Ende Mai 2021 befristet.

Konkurrent Lufthansa setzt derweil auf Lockerungen der Corona-Verbote und baut das touristische Angebot aus. Mit rund 20 Zielen ab Frankfurt und 13 ab München sei es das umfangreichste Angebot an klassischen Urlaubszielen seit Jahren, teilte die Lufthansa mit. »Unser touristisches Programm für den Sommer 2021 ist so stark wie nie zuvor«, sagte Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister. »Wir gehen davon aus, dass viele Länder die Reiserestriktionen zum Sommer hin lockern werden, nachdem mehr und mehr Menschen geimpft worden sind.«

Geschäftsreisen auch in Zukunft wohl weniger gefragt

Die Sehnsucht nach Urlaub sei groß, sagte Hohmeister. Corona-Impfungen und -Tests sowie die Hygienekonzepte von Flughäfen und Airlines ermöglichten Flugreisen. Deshalb sei ein starker Nachholeffekt im Sommer zu erwarten.

Die Lufthansa steckt wie alle Airlines weiter in der Krise wegen der Pandemie. Der Konzern wird mit neun Milliarden Euro Staatsgeldern aus Deutschland, Österreich, Belgien und der Schweiz vor einer Pleite geschützt. Stärker als vor der Krise setzt die Lufthansa nun auf Ferienflüge, denn die profitableren Geschäftsreisen werden wegen der nun ins Internet verlagerten Treffen und Konferenzen vermutlich noch länger kaum gefragt sein.

Mit ihrem Programm fliegt die Airline im Sommer viele Ziele rund ums Mittelmeer oder in der Karibik an, die auch von Condor und TUI angesteuert werden. Dazu gehören in Europa die Kanarischen Inseln, Griechenland, Italien, Tunesien oder Ägypten. Die neue touristische Langstreckenairline »Eurowings Discover« soll zu Fernzielen wie der Dominikanischen Republik, Kenia, Mauritius oder Anchorage in Alaska abheben.

Aktuelle Zahlen vom internationalen Flughafenverband ACI illustrieren unterdessen, wie schwach die Luftfahrt aufgrund der Pandemie gerade dasteht. In den ersten beiden Februarwochen zählten die Flughäfen in Europa 89 Prozent weniger Passagiere als vor einem Jahr, kurz vor dem weltweiten Corona-Ausbruch. Das waren 157 Millionen Fluggäste weniger. Von Europa aus habe es gut 6900 Flugverbindungen weniger geben, seit November seien damit 900 entfallen. In Deutschland betrug der Rückgang der Passagierzahl 90 Prozent.

jlk/apr/dpa/Reuters
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