GfK-Konsumbarometer steigt deutlich Verbraucher lassen Corona-Schock hinter sich

Die Deutschen haben wieder Lust auf Konsum: Das Barometer der GfK-Marktforscher zeigt nach oben. Eine große Rolle spielt offenbar die Mehrwertsteuersenkung.
Einkaufsmeile Hohe Straße in Köln: Kauflaune steigt stark

Einkaufsmeile Hohe Straße in Köln: Kauflaune steigt stark

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Henning Kaiser/ dpa

Nach dem Corona-Schock kehrt die Konsumlaune in Deutschland zurück. Für August sagen die GfK-Marktforscher einen Anstieg ihres Barometers um gut neun Punkte auf minus 0,3 Zähler voraus. Von Reuters befragte Experten hatten lediglich mit einem Anstieg auf minus 5,0 Punkte gerechnet. "Zum überaus positiven Verlauf trägt sicherlich die Reduzierung der Mehrwertsteuer bei", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Die Verbraucher beabsichtigten offenbar, geplante größere Anschaffungen vorzuziehen.

Das entsprechende Barometer für die Anschaffungsneigung legte im Juli um 23,1 Zähler auf 42,5 Punkte zu. Damit ist es nur noch knapp vier Zähler vom Vorjahresniveau entfernt. Eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Civey für den SPIEGEL hatte bereits im Juni ergeben, dass rund ein Fünftel der deutschen Verbraucher wegen der Mehrwertsteuersenkung größere Anschaffungen erwägen.

Doch GfK-Experte Bürkl bezweifelt, dass die vorübergehende Mehrwertsteuersenkung einen nachhaltigen Effekt haben wird: "Händler und Hersteller müssen sich darauf einstellen, dass sich die Konsumneigung wieder zurückbilden könnte, wenn ab Januar 2021 der ursprüngliche Mehrwertsteuersatz gilt."

Unabhängig davon gewinnen die Verbraucher laut GfK aber offenbar vermehrt den Eindruck, dass sich die deutsche Wirtschaft in einem überschaubaren Zeitrahmen erholen kann. Dies lässt sich an dem Barometer für die Konjunkturerwartung ablesen: Es stieg im Juli auf 10,6 Punkte nach 8,5 Zählern im Juni. Ein besserer Wert wurde zuletzt mit 10,8 Punkten im Dezember 2018 gemessen. Auch die Einkommenserwartung zog im Juli an - und zwar auf 18,6 Punkte von 6,6 Zählern im Vormonat. Es war bereits der dritte Anstieg in Folge: "Die Aussicht auf die Auszahlung des Kinderbonus sowie spürbar gesunkene Preiserwartungen stützen den Einkommensindikator", teilten die Nürnberger Konsumforscher mit. 

fdi/Reuters
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