"Mitarbeiter an Belastungsgrenze" Supermarktketten lehnen Sonntagsöffnung derzeit ab

Wegen der Coronakrise sind die Supermärkte voll, viele Regale aber leer. Der Forderung nach zusätzlichen Öffnungszeiten am Sonntag wollen die Konzerne jedoch nicht nachkommen - und nennen einen guten Grund.
Dabei bleibt es vorerst: Rewe und andere Supermarktketten lehnen eine Sonntagsöffnung ab

Dabei bleibt es vorerst: Rewe und andere Supermarktketten lehnen eine Sonntagsöffnung ab

Foto: Arnulf Hettrich/ imago images

Die Politik hat den Weg frei gemacht, damit Kunden auch sonntags einkaufen gehen können - um die Versorgungslage der Bevölkerung zu verbessern. Viele große deutsche Supermarkt- und Discounterketten wollen ihre Geschäfte allerdings weiterhin nicht am Sonntag öffnen. Edeka, Rewe, Aldi und Lidl betonen, an den gewohnten Öffnungszeiten von Montag bis Samstag festhalten zu wollen.

Rewe-Chef Lionel Souque begründete das in einem Brief an die selbstständigen Rewe-Kaufleute mit der ohnehin hohen Belastung der Beschäftigten: "Mit dem gegenwärtigen Pensum verlangen wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Märkten bereits Erhebliches ab. Und wir haben aktuell wenig Grund zu der Annahme, dass sich daran binnen sehr kurzer Frist etwas verändert", schrieb er. Deshalb würden Rewe und die konzerneigene Discountertochter Penny auf eine Sonntagsöffnung verzichten. Die bestehende Öffnung an sechs Tagen in der Woche erlaube es, die Kunden bedarfsgerecht zu bedienen.

Auch Edeka und der zugehörige Discounter Netto planen keine Sonntagsöffnung. "Schon jetzt sind viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Grenzen ihrer Belastbarkeit. Jetzt noch einen Tag länger zu öffnen, würde diese Situation weiter verschärfen", sagte ein Unternehmenssprecher.

Auch Aldi betonte, die Mitarbeiter bräuchten Ruhephasen, um Kräfte zu sammeln. Lidl verzichtet ebenfalls auf den zusätzlichen Verkaufstag. Der Discounter schränkte allerdings ein: "Selbstverständlich bewerten wir die Situation täglich neu." Ähnlich äußerten sich der Großflächen-Discounter Kaufland und die SB-Warenhauskette Real.

beb/dpa