Corona und Bahnstreik Mietwagen waren im Sommer deutlich teurer

Wer im August einen Mietwagen gebucht hat, musste deutlich mehr zahlen als im Jahr davor. Als Grund sehen Statistiker eine höhere Nachfrage wegen Corona und wegen des Bahnstreiks.
Schalter von Mietwagen-Anbietern

Schalter von Mietwagen-Anbietern

Foto: Oliver Berg / dpa

Sich trotz Coronapandemie auf der Fahrt in den Urlaub in einen vollen Zug quetschen und dann vielleicht noch in den Lokführer-Streik geraten? Viele Menschen dürften sich bei solchen Überlegungen im Sommer gegen ein Bahnticket und für einen Mietwagen entschieden haben. Und mussten dann deutlich mehr bezahlen.

Denn die Preise für Mietwagen sind in diesem Sommer in der Coronapandemie überdurchschnittlich stark gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verteuerten sie sich im August gegenüber dem Vorjahresmonat um 53,4 Prozent. Allein von Juni auf Juli und damit zu Beginn der Sommerferien 2021 kletterten die Mietwagenpreise massiv um 35,8 Prozent. Die Verbraucherpreise insgesamt stiegen im gleichen Zeitraum nur um 3,9 Prozent.

Die Statistiker nennen mehrere Gründe für die teureren Mietwagen. Demnach stieg zum einen die Nachfrage, weil viele Menschen in diesem Sommer coronabedingt auf individuelle Reisen im eigenen Fahrzeug setzten oder der bestellte Neuwagen wegen Lieferengpässen – etwa aufgrund der Halbleiterkrise – nicht zur Verfügung stand.

Auch hätten Mietwagen-Anbieter im Lockdown oft ihre Fahrzeugflotten verkleinert, sodass sich das Angebot reduzierte.

Zudem dürften die Lokführerstreiks bei der Bahn im August die Nachfrage nach Mietwagen angekurbelt haben. Der Münchner Autovermieter Sixt hatte sich jüngst positiv über das Feriengeschäft in Europa und den USA geäußert und von höheren Preisen berichtet. Das Unternehmen schraubte zudem seine Ziele für Umsatz und Gewinn für 2021 nach oben.

In den rund 4600 Unternehmen in Deutschland, die Mietwagen anbieten, arbeiteten laut Statistikamt vor der Coronapandemie 2019 rund 32.900 Beschäftigte. Die Firmen erwirtschafteten einen Umsatz von rund 33 Milliarden Euro.

mmq/Reuters/dpa
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