Leserfrage zu Corona Warum unterscheiden sich die Schutzmaßnahmen in Lebensmittelläden?

Eine Leserin beklagt sich über den laschen Corona-Schutz in ihrem Supermarkt. Zugangsbeschränkung, Einbahn-Einkauf, Abstandsmarken - wie ist das in Deutschland geregelt?
"Spuckschutz" an einer Supermarktkasse: Unschöner Name, soll aber die Corona-Ansteckungsgefahr verringern

"Spuckschutz" an einer Supermarktkasse: Unschöner Name, soll aber die Corona-Ansteckungsgefahr verringern

Foto: Christian Charisius/ DPA

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Ob der Marktleiter dafür eine Einbahnregelung vorgibt oder nur wenigen Kunden zeitgleich den Zugang zum Geschäft erlaubt, ist grundsätzlich seine Sache. Die Verordnungen machen dazu keine detaillierten Vorgaben. Warum? Wohl, weil für die Kontrolle so viele verschiedene Behörden zuständig sind, in jeder Region andere. Vertreter des Einzelhandels schätzen, dass es rund 400 Dienststellen in der ganzen Republik sind, mal sind es die Ordnungsämter, mal die Gesundheitsämter.

So wie Sie Ihren Supermarkt um die Ecke beschreiben, ist es gut möglich, dass er einer Überprüfung nicht standhielte - aber vielleicht hat er inzwischen nachgebessert. Gerade, weil die Maßnahmen in der Verordnung nicht allzu konkret benannt werden, empfiehlt es sich für Geschäftsleute, eher vorsichtig zu sein, sagt Wirtschaftsanwalt Neupert.

Was sind "geeignete Vorkehrungen"?

Immerhin, viele Ämter geben ergänzende Empfehlungen heraus, etwa für Abstandsmarken auf dem Boden vor den Kassen. Daran lässt sich ablesen, was bei einer Überprüfung als "geeignete Vorkehrungen" angesehen würde.

Teils finden sich passende Verordnungen an anderer Stelle. In Baden-Württemberg etwa ist es das Wirtschaftsministerium, das relativ genau beschreibt, wie eine "Trennvorrichtung zwischen Kassenpersonal und Kundschaft" aus Glas oder Plexiglas auszusehen hat, "notfalls in Form eines mit Klarsichtfolie bespannten Rahmens." Und, nach dem Motto safety first: "Bei der Montage ist die Sicherung gegen Absturz zu beachten, spitze Ecken oder scharfe Kanten sind zu vermeiden."

Im gesamten Bundesgebiet gelten Standards, die zu ähnlichen Ergebnissen im Alltag führen sollten: Hinweise und Hilfestellungen für Kunden und Personal, um genügend Abstand zu halten, Zugangskontrollen, die zum Platzangebot der Läden passen und Abstand überhaupt erst ermöglichen. Wer das ignoriert, wird mit empfindlichen Bußgeldern bestraft oder muss die Schließung des Geschäfts fürchten.

Vielleicht hilft hier ja ein bisschen Konkurrenz: Damit Kunden gern bei ihrem Markt einkaufen, müssen sie sich sicher fühlen. Sonst kaufen sie eben woanders ein.

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