Kleingeld-Engpass wegen Corona US-Notenbank bittet Bürger um Zahlung mit Münzen

Der Kreislauf ist in der Pandemie ins Stocken geraten: In den USA gibt es mancherorts einen Münz-Engpass. Die Notenbank ruft die Bürger auf, wieder mehr mit Bargeld zu bezahlen.
Münzrollen bei einem Einzelhänder im US-Bundesstaat Pennsylvania: Fehlender Kreislauf

Münzrollen bei einem Einzelhänder im US-Bundesstaat Pennsylvania: Fehlender Kreislauf

Foto: Sean McKeag/ AP

Es ist eine der kurioseren Folgen der Corona-Pandemie: In den USA ist nicht mehr genug Kleingeld im Umlauf. Die US-Notenbank hat deshalb die Bürger dazu aufgerufen, wieder mehr mit Münzen zu bezahlen. "Das Problem ist, dass die Zirkulation quasi gestoppt wurde, weil die Geschäfte und Banken geschlossen waren", sagte der Chef der Notenbank Federal Reserve (Fed), Jerome Powell.

Bereits Anfang Juni hatte die Fed per Pressemitteilung darauf hingewiesen , dass der Bargeldkreislauf erheblich ins Stocken geraten ist. Die Notenbank hatte deshalb vor Wochen eine Taskforce gegründet, der unter anderem auch der Münzhersteller U.S. Mint angehört. Dieser versuche, die Produktion von Münzen auszuweiten, sagte Powell. Allerdings würden auch diese in Fabriken gefertigt, die - wie viele Fabriken - aufgrund der Arbeitsschutzregeln während der Pandemie oder aufgrund von Arbeitsausfällen durch Corona-Infektionen von Arbeitern nicht reibungslos liefen.

Seit Wochen werden die Bürger etwa durch ihre Banken dazu aufgefordert, ihr Münzgeld entweder in Geschäften auszugeben oder bei ihrer Bank einzuzahlen. Powell sagte, die Regierung habe eine "Münzgeld-Taskforce" gebildet, die das Problem anpacken soll. In den sozialen Medien wird dafür der Hashtag #getcoinsmoving verwendet.

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Inzwischen haben einige Bürger das beherzigt: "Newsweek" berichtet von einem Mann, der Münzen im Wert von mehr als 5000 Dollar  zu seiner Bank brachte - er hatte die Sparschweine und Behälter, in denen er das Kleingeld gehortet hatte, mit einem Wägelchen zur Filiale ziehen müssen.

Allerdings ist das eher ein Einzelfall: Nach wie vor zahlten viele US-Bürger nicht mit EC- oder anderen Bankkarten, teilte U.S. Mint unlängst mit. "Für Millionen Amerikaner ist Bargeld die einzige Form des Bezahlens, und Bargeldzahlungen basieren darauf, dass es Münzen zum Wechseln gibt."

Dieses Jahr würden 1,6 Milliarden Münzen pro Monat hergestellt, so U.S. Mint. Im Schnitt der vergangenen Jahre wurden monatlich rund eine Milliarde Münzen produziert.

fdi/AFP
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