Corona Apotheken melden Ansturm auf FFP2-Masken

Weil sie zu Risikogruppen zählen, haben Millionen Deutsche seit Dienstag im Prinzip Anspruch auf FFP2-Masken – allerdings waren die Lager vieler Apotheken bereits am Mittag leer.
FFP2-Masken vor einer Apotheke in Niedersachsen

FFP2-Masken vor einer Apotheke in Niedersachsen

Foto: Rainer Droese / imago images/localpic

Zum Auftakt der Ausgabe von kostenlosen FFP2-Masken an Menschen aus Corona-Risikogruppen war der Andrang in vielen deutschen Apotheken groß. »Ein Patientenplus von 100 Prozent oder mehr war bis zum Mittag durchaus die Regel«, sagte der Sprecher der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) am Dienstagnachmittag nach ersten Einschätzungen. Die meisten Apotheken hätten es geschafft, sich rechtzeitig Masken zu besorgen. »Bei vielen waren aber bis mittags die bereits beschafften Kontingente auch schon vergriffen«, so Kern. Neue Ware sollte es jedoch schon ab Mittwoch geben.

Aufgrund des erwartet hohen Andrangs hatten viele Apotheken zusätzliche Ausgabeplätze eingerichtet und sich personell verstärkt. Nach ersten Informationen der ABDA konnten Apotheken mit besonders großen Maskenvorräten am Dienstag bereits gut ein Drittel der anspruchsberechtigten Stammkunden versorgen. »Das würde bedeuten, dass man den wesentlichen Teil der Risikopatienten noch vor Weihnachten weitgehend schafft«, sagte Kern.

Seit Dienstag können rund 27 Millionen Deutsche aus Corona-Risikogruppen die ersten kostenlosen FFP2-Masken erhalten. In einem ersten Schritt sollen über 60-Jährige und Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen drei Masken gratis in der Apotheke holen können. Zum Abholen ist Zeit bis zum 6. Januar. Im zweiten Schritt können diese Menschen ab 1. Januar weitere zwölf Masken erhalten.

Irritationen im Pflegebereich

Unterdessen hat sich das Gesundheitsministerium gegen Beschwerden der Awo in Westfalen vor dem Gebrauch von Schutzmasken aus den Beständen des Bundes verwahrt. »Diese Warnung entbehrt jeder Grundlage. Die Masken sind geprüft und für gut befunden worden«, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Die versendete Schutzausrüstung an Pflegeeinrichtungen sei einem standardisierten, mehrstufigen Prüfverfahren unterzogen worden. Die Masken erfüllten »alle Anforderungen an die Qualität und Sicherheit, die Grundlage für eine Nutzung sind«. Geprüft wurden demnach unter anderem Funktion sowie Filterqualität.

Die Awo im westlichen Westfalen hatte am Montag in einem Schreiben an knapp 60 Einrichtungen in der Region vor dem Gebrauch der gelieferten Masken gewarnt. Es seien rund 30.000 FFP2-Schutzmasken geliefert worden, die aus Sicht der Awo »völlig untauglich« seien. So seien sie mit dem Hinweis »Non-Medical« versehen. Damit seien sie in der Pflege nicht nutzbar, sagte ein Sprecher. Bei einigen fehlten zudem Angaben wie das Haltbarkeitsdatum oder der Verwendungsbereich.

beb/dpa
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