Alte Währung Deutsche horten 12,8 Milliarden D-Mark

Mehr als 14 Jahre nach der Euro-Einführung scheint einigen der Abschied von der D-Mark immer noch schwerzufallen: Sie horten Scheine und Münzen im Milliardenwert.

1-Mark-Münze neben Euro-Münze
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1-Mark-Münze neben Euro-Münze


Nach Angaben der Bundesbank waren Ende Juni noch immer Scheine und Münzen im Wert von 12,76 Milliarden Mark im Umlauf. Das entspricht 6,53 Milliarden Euro. Die Bestände der alten Währung schrumpfen nur langsam. Zum Vergleich: Ende 2010 waren es noch 13,45 Milliarden Mark. Pro Jahr werden laut Bundesbank im Schnitt Münzen und Scheine im Wert von rund 100 Millionen Mark umgetauscht.

Ein großer Teil des alten Geldes werde aus nostalgischen Gründen aufbewahrt oder sei bei Sammlern zu finden, vermutet die Bundesbank. Teilweise dürften Scheine und Münzen auch verloren gegangen oder zerstört worden sein.

167,3 Millionen Banknoten und 23,5 Milliarden Münzen wurden bisher nicht zurückgegeben. Von den Banknoten wird am häufigsten der 10-DM-Schein gehortet - noch 72 Millionen Stück sind im Umlauf. Bei den Münzen ist der Glückspfennig am beliebtesten mit 9,7 Milliarden Stück.

Dass die Bundesbürger überdurchschnittlich stark an ihrer alten Währung hängen, kann die Notenbank allerdings nicht erkennen. Vergleiche man den D-Mark-Rückfluss in Deutschland beispielsweise mit dem Rücklauf von Peseten in Spanien, Lira in Italien und Franc in Frankreich, sei die Entwicklung nicht ungewöhnlich.

Zum Stichtag der Euro-Bargeldeinführung am 31. Dezember 2001 waren laut Bundesbank noch D-Mark-Banknoten im Wert von 76,57 Milliarden Euro im Umlauf. Wie in Spanien, Frankreich oder Italien seien inzwischen mehr als 95 Prozent umgetauscht worden.

Bei der Bundesbank kann die Mark unbefristet in Euro gewechselt werden. Das ist allerdings nicht in allen Ländern mit der Gemeinschaftswährung der Fall. So sind die Fristen beispielsweise in Frankreich und Italien für Franc und Lira bereits abgelaufen. In Spanien ist der Umtausch von Peseten noch bis Ende 2020 möglich.

stk/dpa

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insgesamt 98 Beiträge
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lemmy01 18.07.2016
1. Wieso unbedingt Deutschen?
Deutsche sollen also 12,8 Mrd. DM horten. Woher hat denn SPON dieses Wissen? Wenn ich die Fakten richtig deute, "vermisst" die Deutsche Bundesbank nur diesen Betrag als Bargeld. Es ist der Bundesbank noch nicht einmal bekannt, welcher Betrag hiervon tatsächlich noch existiert. Dann wird die Bundesbank schon zweimal nicht wissen, ob das Geld von Deutschen oder Ausländern gehalten wird. Auch ist nicht bekannt, wo das Geld ist. Das kann irgendwo auf dem Erdball verstreut sein.
sarisaltuk, 18.07.2016
2. Jaja, die Prozentrechnung
6,53 von 76,57 Mrd. Umlaufgeld sind 8,5%. SPIEGEL kommt auf "unter 5%". Peanuts? Ich selbst kaufe Bananen für €1,00 das Kilo und verkaufe sie für € 2,00. Von dem einen Prozent kann ich prima leben...
paulmeiersohn 18.07.2016
3. Für später!
Man fragt sich ja, ob es nicht vielleicht sehr hellsichtig ist, DM zu horten. Für später, wenn das ganze Sch**haus namens EU zusammenbricht und die Staaten wieder Kontrolle über ihre ureigenen Belange erreichen und auch wieder nationale Währungen einführen. …. man wird ja noch hoffen dürfen …
mr.andersson 18.07.2016
4.
Also laut Überschrift wird "gehortet" und der Abschied fällt einem schwer. Laut Artikeln sind die Münzen/Scheine vermutlich verloren oder werden mehrheitlich in Form von Glückpfennigen bewart Dann noch der Beleg, dass es um 23 Mrd. Münzen geht. Die auf die in der Überschrift erwähnte Menge umgelegt zeigt schon, dass es hier im Schnitt um "das hörten" von Münzen im Wert von weniger als 50 Pfennig geht. Wüssste gerne, wieviele Anti-Euro-Fanatiker diese Klick Art Überachrift anlockt.
central_wise 18.07.2016
5. Vielleicht noch mal nützlich
Möglicherweise denkt der Eine oder die Andere, das die D-MARK nochmal gebraucht wird ;)
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