Datenauswertung im Web Apple-Nutzer zahlen mehr für Hotelzimmer

Internetnutzer geben beim Surfen viel über sich preis - und immer mehr Unternehmen nutzen das. So hat das US-Reiseunternehmen Orbitz dem "Wall Street Journal" jetzt bestätigt, dass es Nutzern von Apple-Computern teurere Hotelzimmer anbietet, denn die zahlten gern etwas mehr als Windows-User.
Apple-User in Berlin: 30 Prozent mehr für ein Hotelzimmer

Apple-User in Berlin: 30 Prozent mehr für ein Hotelzimmer

Foto: © Thomas Peter / Reuters/ REUTERS

Chicago - Die gezielte Auswertung von Daten, in der Fachsprache Data Mining, wird für den Geschäftserfolg gerade von Internetunternehmen immer wichtiger - und die Genauigkeit wird immer größer. So hat der US-Reisekonzern Orbitz untersucht, welche Computer ihre Kunden benutzen und bietet Apple-Nutzern teurere Hotelzimmer an als PC-Besitzern. Wie das "Wall Street Journal" ("WSJ") berichtet, fanden die Datensammler von Orbitz heraus, dass Apple-Besitzer Luxushotels vorziehen und bis zu 30 Prozent mehr für eine Übernachtung zahlen - und deshalb bekommen sie nun gleich die passenden Angebote auf den Bildschirm.

"Wir hatten das schon geahnt und konnten das anhand unserer Daten bestätigen", sagte Orbitz-Technikchef Roger Liew dem "WSJ". Die Daten zeigten, dass Mac-Nutzer 20 bis 30 Dollar mehr für eine Übernachtung ausgäben als PC-Besitzer - bei einem Durchschnittspreis von 100 Dollar sei der Unterschied enorm. Mac-Nutzer würden zudem häufig teurere Zimmer und luxuriösere Hotels buchen.

Datensammlung seit 2009

Dass Mac- und PC-Nutzer unterschiedliche Angebote bekämen, sei aber erst der Anfang, das Unternehmen experimentiere mit den erhobenen Daten, sagten Orbitz-Verantwortliche dem "WSJ". Allerdings werde niemals dasselbe Zimmer für unterschiedliche Preise beworben. Die Nutzer könnten sich die Angebote zudem nach Preisen sortiert anzeigen lassen.

Der Reiseanbieter hat bereits im vergangenen Oktober mit der Auswertung der Daten von Apple-Nutzern begonnen und die Erkenntnisse laut "WSJ" zusammen mit weiteren Faktoren in die Anzeige der Angebote einfließen lassen. Orbitz-Geschäftsführer Barney Harford hat das Sammeln und Auswerten von Daten zur vorrangigen Aufgabe erklärt und schon 2009 Statistiker eingestellt, die vorher als Datenanalysten für Google   und Ebay   gearbeitet haben. In den ersten Auswertungen stellten die Experten eben fest, dass die teuren Hotelzimmer vor allem von Apple-Nutzern gebucht wurden - und machten daraus ein Geschäftsmodell.

Orbitz hofft, damit mehr Geld einzunehmen. Im vergangenen Jahr schrieb das Unternehmen einen Verlust von fast 40 Millionen Dollar. Irgendwann, so ein Unternehmenssprecher, werde Orbitz versuchen herauszufinden, ob Apple  -Nutzer auch bei Mietwagen und Flugbuchungen klare Präferenzen haben: "Es wäre schön, sagen zu können, sie buchen eher einen Porsche - noch konzentrieren wir uns aber auf die Hotels."

nck
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