Tarifverhandlungen gescheitert Lokführer stimmen für Streik

In den Verhandlungen zwischen Lokführergewerkschaft GDL und Deutscher Bahn gab es keine Einigung. Gewerkschaftschef Weselsky rief eine Urabstimmung aus – mit klarem Ergebnis. Gestreikt wird in der Gütersparte bereits ab Dienstagabend.
Die Lokführer streiken

Die Lokführer streiken

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Julian Stratenschulte / dpa

Die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) hat für einen Streik bei der Deutschen Bahn gestimmt. Wie GDL-Chef Claus Weselsky mitteilte, waren 95 Prozent der teilnehmenden Mitglieder für einen Arbeitskampf. Erforderlich waren mindestens 75 Prozent. Die Urabstimmung der Gewerkschaft hatte es nach gescheiterten Tarifverhandlungen gegeben.

Der Streik werde für die Gütersparte DB Cargo bereits am Dienstagabend um 19 Uhr starten. Für den Personenverkehr startet der Streik am Mittwochmorgen um 2 Uhr. Der Ende des Streiks sei für Freitag 2 Uhr morgens geplant, sagte Weselsky. Bahnreisende müssen mit Verspätungen und Zugausfällen rechnen.

Zuvor hatte Weselsky erneut abgelehnt, ohne neues Angebot der Bahn an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die GDL will nach seinen Worten eine Nullrunde im laufenden Jahr nicht akzeptieren, verlangt eine deutliche Coronaprämie und Einkommenssteigerungen von 3,2 Prozent bei 28 Monaten Laufzeit.

»Unsere Menschen haben durchgearbeitet, wie alle anderen«, sagte Weselsky am Dienstagmorgen im Bayerischen Rundfunk. »Deshalb haben sie einen Anspruch auf eine adäquate Lohnerhöhung. (...) Die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner unseres Landes haben die Nase gestrichen voll.«

Bahn will längere Tariflaufzeit

In dem Tarifkonflikt hatte die Bahn der Gewerkschaft zuletzt eine Lohnerhöhung von 3,2 Prozent in zwei Schritten sowie weitere Leistungen etwa bei Altersvorsorge und einen Kündigungsschutz angeboten. Auseinander liegen die Tarifparteien allerdings bei der Laufzeit und beim Zeitpunkt, ab wann die Lohnerhöhungen gelten.

Die Bahn will angesichts neuer Milliardenverlusten in der Coronapandemie und großen Flutschäden einen länger laufenden Tarifvertrag und spätere Erhöhungsstufen bei gleicher Prozentzahl. Ein Streik wäre eine »Attacke auf das ganze Land«, hatte Bahn-Personalchef Martin Seiler erklärt.

hba/dpa/AFP