Krisenwährung Deutsche sollen im ersten Halbjahr 83,5 Tonnen Gold gekauft haben

Der Goldpreis ist in der Coronakrise so hoch wie nie. Die Deutschen haben einem Bericht zufolge zuletzt besonders viel des als Krisenwährung begehrten Edelmetalls erworben.
Krügerrandmünze: Offizielles Zahlungsmittel aus einer Feinunze Gold

Krügerrandmünze: Offizielles Zahlungsmittel aus einer Feinunze Gold

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Armin Weigel / DPA

In Deutschland hat Gold seit jeher einen besonders hohen Stellenwert. Gemessen an der Bevölkerung ist es Experten zufolge das goldaffinste Land. Und in der Coronakrise wurde hier laut einem Bericht auch besonders viel in das Edelmetall investiert.

Die Deutschen erwarben von Januar bis Juni Barren und Münzen mit einem Gesamtgewicht von 83,5 Tonnen, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung " unter Berufung auf den Weltgoldrat berichtete, eine Lobbyorganisation der Goldindustrie. Das war demnach ein Plus von mehr als hundert Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Goldpreis bei fast 2000 Dollar je Feinunze

International dagegen ging die Nachfrage nach Gold in Form von Barren und Münzen zurück, wie der Weltgoldrat mitteilte. Sie sank um 17 Prozent auf knapp 400 Tonnen. Dabei gab es den Angaben zufolge eine "klare Ost-West-Teilung": In den meisten Ländern Asiens und in Nahost sank der Absatz, im Westen stieg er.

Gold gilt einigen Anlegern als sichere Wertanlage in wirtschaftlichen Krisenzeiten. Der Preis erreichte vor wenigen Tagen ein Allzeithoch von 1944,71 Dollar pro Unze. Eine Unze sind 31,1035 Gramm. Lesen Sie hier die Analyse: Warum Gold ausgerechnet jetzt so teuer ist.

Eine Investition in Gold ist jedoch nicht ohne Risiko. Gold wirft weder Zinsen noch Dividenden ab und hat auf lange Sicht bisher nur halb so viel Rendite gebracht wie Aktien. Anleger setzen aber auf die Wertstabilität in Krisenzeiten, die Deutschen horteten zuletzt gar eine Rekordmenge von fast 9000 Tonnen.

apr/AFP
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